Kreiszeitung vom 13.10.2020

 

Thomas Brugger: Alten Bäumen „geht es an den Kragen“ / Gewässer eine „Insellandschaft“

Nabu funkt fürs Böttchers Moor SOS

Säumt die Aussichtsplattform vom Böttchers Moor: ein alter Baumbestand.      © Sigi Schritt

Weyhe – Der Naturschutzbund Weyhe schlägt Alarm: Der Vorsitzende Thomas Brugger glaubt, dass es dem alten Waldbestand am Böttchers Moor „bald an den Kragen“ geht. Aber auch das Gewässer selbst bereitet dem Nabu große Sorgen – Brugger funkt SOS.

Wer sich in den vergangenen Wochen auf dem Steg am Böttchers Moor umgesehen hat, der stellte fest, dass das Moor, wie Brugger es bezeichnet, „einer Insellandschaft“ gleicht. Die kurzen Schauer der vergangenen Tage änderten die Situation nicht.

Der Pegelmesser am Steg war zuletzt von minus 33 Zentimeter (August) auf minus 40 Zentimeter (September) gesunken. „Umgerechnet bedeutet der aktuelle Pegelstand, dass das Moor nur noch eine mittlere Tiefe von weniger als 24 Zentimetern und eine maximale Tiefe von etwa 50 Zentimetern hat“, erklärt Brugger.

Die Folgen: Bei einigen größeren Fischen seien sogar ihre Rückenflossen erkennbar, während sie nach Luft schnappten, beziehungsweise die Oberfläche nach etwas Fressbarem absuchten, so Brugger. Damit aber nicht genug: Am Ufer befinden sich überwiegend Buchen, die mehr als 60 Jahre alt sind. „Die alten Bäume verzeichnen seit Jahren Schäden im Kronenbereich“, sagt Brugger. Er glaubt, dass dies direkte Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit sowohl der Straße als auch der Fußwege haben könnte.

Der Nabu-Vorsitzende zitiert ein Geo-Hydrologisches- Gutachten (Auftraggeber: Harzwasserwerke), wonach die älteren Bäume durch sinkendes Grundwasser infolge der Trinkwassergewinnung in diesem Bereich gefährdet seien. „Bäume mit einem Alter von über 40 Jahre sind nicht mehr in der Lage, ihr Wurzelwerk den veränderten Lebens-Bedingungen anzupassen“, erklärt Brugger. „Sie können – im Gegensatz zu den jüngeren, 20-jährigen Bäumen – ihr Wurzelwerk nicht mehr in die Tiefe verlagern. Sie verdursten, wenn ihnen das Wasser abgegraben wird“, ergänzt er. Dieser Effekt trete im Umfeld des Böttchers Moor auf: Dort werde der Grundwasserstand um rund 1,5 Metern abgesenkt.

Thomas Brugger sieht einen Zusammenhang zwischen der Trinkwasserförderung und dem Absinken des Pegelstands im Moor. Die Harzwasserwerke, die in Weyhe unter anderem Brunnen betreiben und daraus Trinkwasser fördern, halten dagegen. Für diese Folgen machen sie hauptsächlich fehlende Niederschläge verantwortlich – das seien die Auswirkungen des Klimawandels.

Der Nabu-Vorsitzende will mit einem Ausflug in die Geschichte deutlich machen, dass die Gewässer eben doch mit dem Grundwasser verbunden sind. „Das Böttchers Moor, das kleine Moor daneben und das Umfeld sind schon seit 1938 ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet und werden auch als Schlatt bezeichnet“, so Brugger. Es sind „Relikte unserer letzten Eiszeiten“. Vermutlich entstanden sie durch zurückgebliebene, riesige Eisbrocken, die solche Senken in der Landschaft hinterließen. „Gewöhnlich werden solche Schlatts nur durch Niederschlag gespeist, können somit bedingt durch Niederschlagsmangel und Hitzeperioden auch mal austrocknen“, erklärt Brugger. Aber: Beim Böttchers Moor und Kleinem Moor soll es sich anders verhalten. Zeitzeugen aus der Nachbarschaft des Moores, die früher dort als Kinder gebadet hätten, so Brugger, berichteten von kalten Quellen. Kalte Quellen im Böttchers Moor? Brugger ist sich sicher, dass die Zeitzeugen eindringendes, kälteres Grundwasser beschrieben hätten. „Ich habe mir Anfang des Jahres die Wasserstandsdaten des Moores und die Grundwasserstandsdaten über den fünfjährigen Zeitraum von 2015 bis 2020 vom Landkreis Diepholz übermitteln lassen“, sagt Brugger. Diese Tages-Aufzeichnungen habe er wiederum mit den Tages-Niederschlagswerten abgeglichen, die für Barrien und Bremen im Internet verfügbar seien. „Daraus lässt sich leicht erkennen, dass es Zeiträume gibt, in denen das Moor um fünf bis elf Zentimeter gestiegen ist, „ohne dass es regnete“.

„Die Ursache zeigt sich an den Grundwasserständen, die in diesen Zeiträumen über den Wasserständen des Moores lagen.“ Für Brugger ist klar: Somit schwappe das Grundwasser förmlich über die Uferkante und fülle das Moor auf. „Diese Ereignisse fallen insbesondere bei dem Höhenniveau um neun Meter über Normalnull auf. Unterhalb dieser Marke ist der Einfluss des Grundwassers nicht so deutlich erkennbar.“

Durch die Weyher Brunnen der Trinkwassergewinnung würden die beiden Moore allerdings nicht mehr ausreichend durch die Grundwasserspeisung gefüllt, und „somit zu einem gewöhnlichen Schlatt degradiert“, skizziert Brugger seine Kausalkette. Und weiter: Mangelnde Niederschläge und höhere Verdunstung führten dann zwangsläufig zur Austrocknung, was die Inseln wiederum sichtbar machen würden. Normalerweise lägen die Grundwasserstände dort nur maximal einen Meter unter dem Gelände-Umfeld, erklärt Brugger. Durch die Trinkwassergewinnung werde der Grundwasserspiegel wie zuvor beschrieben um 1,5 Meter abgesenkt, sodass ein Überlaufen nur noch selten geschehe. Unterm Strich entspreche das derzeitige Wasservolumen „vielleicht noch einem Viertel des ursprünglichen Volumens von rund 13 000 Kubikmetern“.

Brugger glaubt, ohne eine Trinkwassergewinnung wären die beiden Moore selbst im Trockenjahr 2018/2019 und heute randvoll gewesen. „Der Pegelmesser am Steg hätte somit stets plus 60 bis 70 Zentimetern angezeigt, was einer mittleren Tiefe von rund 80 Zentimetern und einer maximalen Tiefe von 150 Metern entspricht.“

Deshalb hat Brugger gegenüber der Politik Forderungen: Wenn ein natürliches Gewässer durch künstlichen Einfluss stark in der Eigenart und im Erhalt gefährdet ist, dann sollte es notfalls künstlich aufgefüllt werden, findet der Nabu-Vorsitzende. „Da die beiden Moore vor der Trinkwassergewinnung immer mit Grundwasser gespeist waren, würde aus meiner Sicht auch nichts gegen eine Auffüllung mit Grundwasser sprechen.“ Was anderes könnte sich ergeben, wenn die Trinkwassergewinnung entsprechend der Klimaveränderung angepasst und drastisch zurückgefahren werden würde.

„Schwebt“ über der Wasserlinie: der Steg vom Böttchers Moor. Dort kann schon lange kein Boot mehr anlegen.

Thomas Brugger vom Nabu Weyhe berichtet, welche Fließgewässer Probleme machen

Hombach hat noch einmal Glück gehabt

Niederschläge der vergangenen Tage speisen den Gänsebach: Das Wasser fließt Richtung Hombach.

© Yasmiine Goldschmidt

von Sigi Schritt

Weyhe – Sonnenstrahlen glitzern auf der Wasseroberfläche, aber der Schein trügt. Der Nabu schlägt wieder Alarm: „Der Hombach ist nur knapp an der nächsten Katastrophe vorbei geschrammt“, sagt der Vorsitzende Thomas Brugger. Die Regenfälle der vergangenen Tage hätten ihn in Weyhe wieder zu einem Fließgewässer gemacht.

Im Unterlauf, der auch Leester Mühlbach genannt wird, sowie um den Mühlenkampsee war der Fluss fast zum Erliegen gekommen und stellte nur noch ein Rinnsal von zwei bis drei Zentimeter Tiefe dar. „Die wenigen kleinen Fische und anderen Lebewesen konnten sich in einigen wasser-haltenden Zonen im Fluss retten.“ Insgesamt habe sich die Fischpopulation im untersten Flussabschnitt noch nicht von dem damaligen Austrocknen im Jahr 2019 erholt. „Wir konnten bisher nur sehr kleine Exemplare im Hombach auf Weyher Gebiet sichten“, so Thomas Brugger auf Anfrage.

Während der Hombach, der trotz der niederschlagsarmen Trockenphasen von Bassum bis Fahrenhorst noch relativ gut gefüllt war (wir berichteten), verlor er anschließend fast sein gesamtes Wasservolumen noch bevor er beim Leester Mühlenkamp-Gelände angekommen ist. Dieses lässt sich laut Brugger größtenteils durch die Trinkwassergewinnung im südlichen Weyhe und Ristedt sowie Groß Mackenstedt erklären. Es gebe aber noch weitere Faktoren: Auch Grundwasserabsenkungen für Baumaßnahmen, landwirtschaftliche und Garten-Bewässerungen würden zu diesem Phänomen beitragen. „Der Grundwasserspiegel zwischen Fahrenhorst und Weyhe läge natürlicherweise auf dem Niveau der Hombachs, der auf einer Strecke von rund sechs Kilometern zusätzlich mit Grundwasser gespeist werden würde. Durch die Anordnung von drei Trinkwasserbrunnen mit den Bezeichnungen HFB-1, B8 und B9 entlang des Hombachs, sowie den zwei Brunnen in Groß Mackenstedt (B4, B5), werde der natürliche Grundwasserspiegel flächendeckend zwischen Ristedt, Groß Mackenstedt und Melchiorshausen, um 0,5 bis 1,5 Meter abgesenkt, so Brugger. Dadurch entsteht ein Umkehrprinzip: der Fluss gibt sein Wasser an den Grundwasserkörper ab. Das nennt man dann Infiltration des Flusswassers.

Eigentlich müsste der Hombach aber laut Brugger zusätzlich durch Grundwasser gespeist werden (Exfiltration des Grundwassers). Brugger bezieht sich – wie er sagt – auf die Datengrundlage eines Geohydrologischen Gutachtens der Harzwasserwerke aus dem Jahr 2010. Demzufolge seien im südlichen Weyhe und angrenzenden Umland (Barrien, Ristedt, Groß Mackenstedt) insgesamt 19 Trinkwasserbrunnen, die derzeit jährlich 18 Millionen Kubikliter-Trinkwasser fördern. Davon werden laut Brugger rund 80 Prozent (14,5 Millionen Kubikmeter) an die Stadt Bremen geliefert. Die Antwort einer Anfrage der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft bildete die Datengrundlage, erklärt Brugger. Die restlichen 20 Prozent – etwa 3,5 Millionen Kubikmeter – versorgen Weyhe und das angrenzende Umland. Das Land Niedersachsen beziehungsweise der Landkreis Diepholz sind zuständig für die Genehmigung unserer Trinkwasserförderung, erklärt Brugger.

Und wie geht es dem Gänsebach, der mit dem Hombach zum Leester Mühlbach wird? „Der Gänsebach fällt schon seit rund 30 Jahren regelmäßig trocken“, so Brugger. Dieser kleine, graben-ähnliche Bach entspringt im Ristedter Moor, hat eine sehr geringe Tiefe, und ist ebenfalls von dem Bau einiger Trinkwasserbrunnen (B6, B7, HFB-2) „stark beeinträchtigt“, die dem Ristedter Moor, dem Quellgebiet des Gänsebachs, Wasser gewinnen. Wie der Nabu-Vorsitzende erklärt, wird „das eigentliche oberflächennahe Grundwasser um bis zu zwei Meter abgesenkt, sodass dem Bächlein kein Grundwasserzufluss mehr gewährt wird“. Dieses hat laut Brugger zusätzliche Auswirkungen auf den Unterlauf des Hombachs (Mühlenbach). Dieses zeigt sich durch das tief schneidende Flussbett in der Leester Marsch. Wegen der Regenfälle der vergangenen Tage führt aber der Gänsebach jetzt Wasser.

Weyher Fließ- und Stillgewässer

Niederschlag Fließgewässer speisen sich in der Regel durch Niederschlag, der sich oberflächlich in Gräben, Kanälen und Mooren gesammelt hat und an die Flüsse abgegeben wird. Aber auch die Grundwasserabgabe spielt insbesondere im Niederungsbereich laut Thomas Brugger vom Nabu Weyhe „eine wichtige Rolle“, wenn der natürliche Grundwasserspiegel dicht unter der Geländeoberfläche verläuft. Dies ist bedeutsam für den Erhalt der Weyher Fließ- und Stillgewässer.

Wasserbilanz/Klimawandel:

Die seit den 1960er-Jahren immer weiter steigende Bewilligung der Trinkwasserförderung funktionierte, mit Ausnahme Ansbach, basierend auf der Grundlage, dass sich der Grundwasserkörper immer aufs neue durch ausreichende Jahresniederschläge füllte. Die Rechnung wurde ohne den Klimawandel, beziehungsweise den veränderten Niederschlagsereignissen, höherer Verdunstung durch Hitzewellen, sowie langer Trockenperioden gemacht. Die Summe der Jahresniederschläge nimmt seit Jahrzehnten kontinuierlich ab. Die geringen Niederschlagsmengen des Jahres 2018 und Frühjahr 2019 konnten den Grundwasserkörper bis heute nicht auffüllen, so Thomas Brugger vom Nabu Weyhe. „Darunter leiden unsere Flüsse in Weyhe, da sie weiterhin von einer zusätzlichen Grundwasserzufuhr abgeschnitten sind. Die bisher gefallenen Niederschläge im Jahr 2020 (rund 400 Liter/Quadratmeter) sind bei einem Jahresmittelwert von rund 700 Litern/Quadratmeter nicht unterdurchschnittlich. Lediglich die länger anhaltenden Trockenphasen waren ungewöhnlich.

Mäandert in Richtung Ochtum: Der Leester Mühlbach. Dieses Gewässer speist sich aus dem Hombach und dem Gänsebach.

Kreiszeitung vom 12.08.2020

 

Nabu-Fledermaus-Projekt: Was ein Bat-Detektor macht und wie man den Tieren helfen kann

Nachtschwärmer auf Wohnungssuche

Das Braune Langohr hängt in einer Bunkerspalte und nutzt diese für ihren Winterschlaf. Aber auch in Fledermauskästen können die Tiere unterkommen.

© Schulte

vonBiljana Neloska

Weyhe – Der Nabu Weyhe hat vor einem Jahr den Luftschutzbunker an der Hördener Straße zu einer Fledermaus-Unterkunft umfunktioniert. Die Flattertier-Freunde hofften damals auf einen baldigen Bezug der Nachtschwärmer – und es gibt Positives zu berichten. „Der Bunker wurde im letzten Winter von einer Fledermaus – einem Braunen Langohr – benutzt. Sie hatte sich in einem von uns dort aufgehängten Betonfladen einquartiert. Wir hatten keinen besonders kalten Winter und so war sie bei unserer Kontrolle im Januar schon nicht mehr voll im Winterschlaf“, sagt Alfred Schulte vom Nabu. Er ergänzt: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir im nächsten Winter dort mehr Fledermäuse vorfinden werden.“

Wie beispielsweise schon in anderen Fledermaus-Bunkern in der Wesergemeinde. In diesen hätten schon viele andere Fledermäuse ein Quartier gefunden. Dort hätten sich die Tiere ebenfalls in die angebrachten Betonfladen gehängt, aber auch die bereits vorhandenen Lücken im Bunker für ihren Winterschlaf genutzt.

Die Fledermaus-Projektgruppe will diese Spalten noch vorsichtig vergrößern und dadurch mehr Unterschlupfmöglichkeiten schaffen. Und feuchter sollen die Unterkünfte auch werden, denn: Fledermäuse bräuchten dringend genug Feuchtigkeit. „Ist zum Beispiel der Bereich nicht feucht genug, besteht unter anderem die Gefahr, dass ihre Flughäute zu sehr austrocknen“, sagt Schulte. Die Winterschlaf-Plätze müssten zudem kühl, aber frostfrei sein. „Bei der Inspektion in fast allen Bunkern stellten wir fest, dass sie immer noch nicht feucht genug waren, obwohl wir mehrfach Wasser eingebracht hatten. In dem Bunker, wo wir die meisten Fledermäuse gefunden haben, hatte sich das Wasser sehr viel länger gehalten.“ Das sei für den Nabu die Bestätigung, dass die Feuchtigkeit in den Bunkern erhöht werden müsse. Dazu soll das Regenwasser im Außenbereich aufgefangen und nach innen geleitet werden. „Wir planen zudem, weitere Bunker entsprechend aufzubereiten, um noch mehr Fledermäusen ein gutes Winterquartier bieten zu können.“

Den Tieren fehle es nämlich grundsätzlich an Lebensraum. Durch ein konsequentes Verschließen von Gebäudeöffnungen werde den Fledermäusen der Zugang zu ihren bisherigen Unterkünften verwehrt. Maßnahmen zur Wärmedämmung seien sinnvoll, aber der Nabu setze sich auch dafür ein, das Verschließen aller Zugänge zu vermeiden, „denn Fledermäuse sind geschützte Tiere“.

Einige Arten würden auch Baumhöhlen nutzen. Das Entfernen von abgestorbenen Bäumen zerstöre in der Regel eine Fülle von Lebensräumen für die Tiere – und davon seien nicht nur Fledermäuse betroffen. „Ein solcher Schritt ist bei Einsturzgefahr nicht zu vermeiden, jedoch sollten solche Bäume, wo es irgend geht, erhalten bleiben und nicht komplett entfernt werden“, bittet Schulte.

Um herauszufinden, welche und wie viele Fledermausarten in Weyhe unterwegs sind, hat sich der Nabu Bat-Detektoren beschafft. So ein Gerät bestehe im Wesentlichen aus einem Ultraschall Mikrofon, das die von den Fledermäusen ausgesendeten Rufe empfangen kann und diese dann einem Aufzeichnungsgerät zuführt. Langfristig könne man damit Fledermausquartiere finden und überwachen.

Und was kann man privat tun, wenn man den Tieren helfen möchte? „Wir ermutigen ganz grundsätzlich Menschen, Fledermauskästen aufzuhängen. Dies ist nur mit geringem Aufwand verbunden und hilft den Tieren“, sagt Schulte. Wenn Fledertiere gefunden werden, sei eine Info an die Fledermaus-Regionalbetreuerin im Landkreis Diepholz oder den Nabu sinnvoll.

Weitere Infos

www.nabu.de

So sieht ein Bat-Detektor aus: Im Koffer befindet sich die wasserdicht verpackte Elektronik und das Mikrofon sitzt oben auf der zweckentfremdeten Angelrute.

Kreiszeitung vom 30.07.2020

 

Nabu sitzt mit Querdenkern am Verhandlungstisch

Rettung für den Hombach?

Trotz der Regenfälle der vergangenen Tage führt der Gänsebach kein Wasser mehr in seinem Bett.

vonSigi Schritt

Weyhe – Er sorgt sich um die Gewässer in der Region – insbesondere um den im vergangenen Jahr trockengefallenen Hombach. „Ich habe viel Kritik geübt“, blickt Thomas Brugger, Vorsitzender des Naturschutzbundes Weyhe zurück. Jetzt sitzt der Kritiker in der neu gebildeten Arbeitsgruppe Gewässererhaltung – zusammen mit Vertretern von Verwaltung, Politik und Mitarbeitern der Unteren Wasserbehörde sowie der Harzwasserwerke. Das gemeinsame Ziel ist, so formuliert es Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski, kurz- und langfristige Lösungen zu erarbeiten. Um etwas für den Hombach zu erreichen, ist wohl langfristiger Atem notwendig.

Brugger gehe es nicht nur um den Bach, der in der Region Bassum entspringt, sondern auch um andere Gewässer in Weyhe wie das Böttchers Moor und das Schlatt daneben. „Die Fakten sprechen für sich.“

Nicht nur der Niederschlagsmangel sei ursächlich für die fallenden Wasserpegel gewesen, sondern auch die Trinkwassergewinnung in der Region, die wiederum die Grundwasserstände beeinflusst. Brugger erinnert an das vergangene Jahr, in dem auf einer Strecke von sechs Kilometern von Fahrenhorst bis Weyhe der Hombach vollständig ausgetrocknet war. In der Wesergemeinde war damals kein Wasser angekommen – mit schlimmen Folgen (wir berichteten). Die erschreckenden Bilder sind noch präsent: Tote Fische in Wasserpfützen und Muscheln, die nicht mehr von Wasser bedeckt waren. „Das darf uns nicht zu oft passieren, sonst kann man die Gewässer abschreiben“, so Brugger weiter. Bürgermeister Frank Seidel pflichtet ihm bei. Vor einem Jahr hätte er sich den Bach am Mühlenkampgelände und den Gänsebach im Garten des Künstlers Peter Schnibbe angesehen. Er war beeindruckt. „Im negativen Sinn“, fügt der Verwaltungschef dazu. Den Einfluss, den eine Gemeinde nehmen kann, sei aber begrenzter als man erhofft, sagt er nachdenklich. „Wir wollen ran“, betont Seidel. Die Gespräche mit dem Nabu seien konstruktiv gewesen. Die Auswirkungen der Grundwasserabsenkung seien jedenfalls spürbar, sagt Baudirektor Nadrowski. Entscheidungen würden an anderen Stellen gefällt – beim Landkreis zum Beispiel.

Offenbar verhallten die damaligen Hilfeschreie des Nabus nicht: Die nicht-öffentlich tagende Arbeitsgemeinschaft ist laut Nadrowski mit Fachleuten besetzt, die sich zur Daueraufgabe gesetzt hätten, Strukturen kritisch zu hinterfragen. Schließlich müssten Ziele und Maßnahmen entwickelt werden, die dann in die Arbeit der Verwaltung einfließen müssten. Das funktioniere durch eine sofortige und durch eine langfristige Umsteuerung in ganz unterschiedlichen Themenfeldern. Ein Beispiel sei die Trinkwasserförderung, so Brugger. Sie ist einerseits berechtigt, andererseits hat sie auch gravierende Folgen. Sollte zum Beispiel Grundwasser in den südlichen Gemeinden des Nordkreises forciert werden oder die Trinkwassergewinnung im Norden eher zurückgefahren werden? Eine einfache Antwort, weshalb ein Gewässer wie der Hombach trockenfällt, gibt es laut Nadrowski nicht. Die Begründung sei komplex: Bestehende Genehmigungen müssten berücksichtigt werden. Niemand könnte ein Machtwort sprechen, um den Fischen zu helfen. Aber die Tatsache, dass wichtige Beteiligte das Problem erkannt haben, um nun in der neuen Arbeitsgruppe miteinander ins Gespräch zu kommen, sei schon der erste Schritt eines Veränderungsprozesses, ohne aber mit dem Finger auf andere zeigen zu müssen. So könnten sich alle auf Augenhöhe begegnen.

An Ideen mangelt es nicht: Der Hombach-Pegelstand sank von Fahrenhorst bis zur B6-Brücke in Weyhe auf einer Länge von sechs Kilometern um 20 Zentimeter. Würde man den Flusskörper verlängern, etwa durch sogenannte Mäanderschleifen, dann wäre er noch früher trocken, so Brugger. Gemeinden müssten über Grenzen hinweg an einem Strang ziehen.

Neben der Diskussion über die Trinkwassergewinnung müsste man auch über Veränderungen in Sachen Regenwasser nachdenken. Funktioniere das dafür verwendete Kanalsystem? Das müsste geklärt werden.

Brugger hat es jüngst geärgert, dass bei den jüngsten großen Bauprojekten an der Leester Straße große Wassermengen durch Kanäle in den Gänsebach geleitet worden sind. Der kurzfristige Effekt war zwar erfreulich für den Bach, aber dann war das Wasser Richtung Ochtum weg. „Es wäre schön, wenn man das entkoppeln könnte, also Grundwasser wieder dem System hinzugefügt werden könnte.“

Brugger plädierte auch dafür, Entwässerungsgräben mit Schleusen zu versehen. Würde es ein Hochwasser geben, könnten Schieber rechtzeitig geöffnet werden, um Wasser abfließen zu lassen.

Aber auch baulich könnte man etwas erreichen, und zwar langfristig als Gemeinde: Als er vor Jahren nach Weyhe gekommen war, hatte Baudirektor Steffen Nadrowski sich gewundert, dass nur ein Drittel der Straßen an ein Regenwasserkanalnetz angeschlossen sind. Jetzt findet er das nicht mehr verwunderlich. Es böte sich nämlich die Chance, das Wasser dort versickern zu lassen, wo es hinunter kommt. „Wir müssen Querdenken, um Lösungen zu finden.“

Anders als vor einem Jahr befindet sich noch Wasser im Hombach.

Wollen den Gewässerschutz in Weyhe noch stärker in den Fokus nehmen: Thomas Brugger, Bürgermeister Frank Seidel, Steffen Nadrowski und Ulf Panten.

 

Regionale Rundschau vom 30.07.2020
Neue Arbeitsgruppe in Weyhe

Reden über die Trockenheit

Die Hache beispielsweise hat die Gemeinde in der Vergangenheit streckenweise renaturiert. Doch dabei soll es nicht bleiben, wie Thomas Brugger (von links), Steffen Nadrowski, Ulf Panten und Frank Seidel als Teil der Arbeitsgruppe Gewässererhaltung ankündigen. (Maike Plaggenborg)

Weyhe. Der Hombach, die Hache, das Böttchers Moor: In Weyhe sind diese Fließ- und Stillgewässer mitunter stark betroffen – von Trockenheit und abgesenkten Wasserspiegeln. Mit diesen Problemen will sich künftig die neue Arbeitsgruppe Gewässererhaltung beschäftigen. Gegründet hatte sie sich mitten in der Corona-Zeit am 27. Mai. Es war das einzige politische Treffen in dieser Zeit, wie Sprecher Sebastian Kelm sagt. Teil der Gruppe sind nicht nur Mitarbeiter der Weyher Verwaltung, sondern auch Sachkundige anderer Organe, darunter auch die Harzwasserwerke. Eine erste Sitzung gab es bereits, die zweite soll nach der Sommerpause folgen.

„Das Auge des Laien kann es erkennen“, sagt Ulf Panten, der in der Verwaltung für Umwelt- und Naturschutz zuständig ist und meint damit etwa das Vertrocknen mancher Birken zwischen gesunden im Böttchers Moor. Dort gebe es einen Verdunstungseffekt. Erst 1,80 Meter unter der Erdoberfläche werde es feucht. So niedrig sei inzwischen der Wasserspiegel in dem grundwassergespeisten Stillgewässer. Auch Thomas Brugger, Vorsitzender der Weyher Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) und Teil der Arbeitsgruppe, bestätigt, dass es viel Kritik bezüglich Hombach und des Moores gebe. „Die Fakten sprechen für sich“, sagt er. Im vergangenen Jahr ist der Hombach erstmals trocken gefallen, auch der Mühlenbach war betroffen. „Die Spuren von 2019 kann man noch sehen.“ So sei der Fischbestand gering. „Das darf uns nicht zu oft passieren. Sonst können wir den abschreiben“, sagt er exemplarisch über das Gewässer. Auch Amphibienpopulationen seien von der Trockenheit betroffen.

Auswirkungen lokal spürbar

Verantwortlich sei nicht nur der Niederschlagsmangel, also klimatische Veränderungen, auch Grundwasserentnahmen, etwa zur Trinkwassergewinnung oder auch beim Bau neuer Gebäude. Ebenso eine allgemeine Grundwasserabsenkung wie sie (nicht nur) im gesamten Land Niedersachsen festzustellen ist. „Die Auswirkungen sind lokal spürbar“, sagt Steffen Nadrowski, der den Fachbereich Gemeindeentwicklung und Umwelt leitet.

Auch wenn die Gemeinde bereits die streckenweise Renaturierung der Hache und des Hombachs veranlasst hat und der Nabu „entlang der Hache wertvolle Beiträge zur Gewässerentwicklung“ geleistet hat, wie es vonseiten der Verwaltung heißt, soll es mit der Arbeitsgruppe Gewässererhaltung nun einen Schritt weiter gehen. Erst einmal geht es um einen Informationsaustausch, so Nadrowski. In einer ersten Sitzung seien gegenseitige Erwartungen geklärt und alle Teilnehmer auf einen gemeinsamen Stand gebracht worden. Mitgemacht haben bisher neben Vertretern der Ratsfraktionen und dem Nabu Weyhe die Umweltverwaltung des Rathauses, die Untere Wasserbehörde des Landkreises Diepholz und die Harzwasserwerke.

Die Gruppe behalte sich vor, weitere Verbände ins Boot zu holen, „immer fallweise da, wo Probleme erkannt werden“, so Nadrowski. Und die sollten „nicht isoliert als Rat oder Verwaltung“ betrachtet werden. Es soll ermöglicht werden, Ziele für Gewässer in Weyhe zu erreichen und erste Ideen zu sammeln. Mit der Gründung der Gruppe, die vom Rat beschlossen worden sei, ist „der erste Aufschlag“ gemacht, aber „es wird sicherlich eine Daueraufgabe werden“. Der Ist-Zustand hat sich, so Panten, über Jahrzehnte entwickelt und es werde eben auch Jahrzehnte brauchen, um diesen abzuwenden.

Nadrowskis Empfehlung: „Wir müssen auch quer denken“ – beispielsweise bei Regenwasserkanälen im Straßenbau, die in der Vergangenheit mit verbaut wurden. Der Niederschlag allerdings solle besser dort versickern, wo er herunterkommt, sagt er und meint damit: dezentral im Seitenraum. Lösungen braucht es auch für die Absenkung des Grundwasserspiegels nach Genehmigung durch die Unterere Wasserbehörde des Landkreises, was bei Neubauten inklusive Kellergeschossen üblich ist. Brugger schlägt vor, das entnommene Wasser zum Beispiel über Grabensysteme oder Rückhaltebecken aufzufangen und eben nicht abzuleiten. Bei der Trinkwasserförderung durch die Harzwasserwerke müssten die Menge und der Einzugsbereich hinterfragt werden angesichts eines abgesackten Grundwasserkörpers. In der gemeinsamen Arbeit der Gruppenakteure soll es allerdings nicht darum gehen, „Schuldige zu finden“, aber es soll jeder zu seiner Verantwortung stehen. Auch der Verbraucher selbst ist, so Nadrowski, am Ende gefragt, ob er „im Sommer seinen Golfrasen wässern“ muss.

Letztlich ist bei dem Thema festzustellen, dass die Öffentlichkeit ein großes Interesse daran habe. „Da müssen wir schauen, wie wir die einbinden“, sagt der Fachbereichsleiter. Denn bei der Arbeitsgruppe Gewässererhaltung handelt es sich um ein Fachgremium, das nicht öffentlich tagt. Zum Spätsommer soll das zweite Treffen stattfinden. Darin soll es „vornehmlich um die Trinkwassergewinnung im Einzugsgebiet der Harzwasserwerke, die Grundwassersituation, die Grundwassernutzung und die zugehörigen technischen Einrichtungen gehen“, teilt die Gemeinde mit. Zum Jahresende, so kündigt es Bürgermeister Frank Seidel (SPD) an, solle es erste Ergebnisse aus der Arbeitsgruppe geben.


Regionale Rundschau vom 13.07.2020

Vogelmonitoring-Gruppe in Weyhe

Mit wachsamem Blick und gutem Gehör


Was flattert denn da? Vera Nietzer-Herrlich und Hubert Sturm vom Nabu Weyhe beobachten viermal jährlich Vögel und ihre Lebensräume. Die gesammelten Daten fließen in eine weitreichende Statistik ein.  (Vasil Dinev)

Weyhe. Man hört sie meist nur, sieht sie aber nicht. Hubert Sturm hilft daher sein Naturführer mit dem passenden elektronischen Stift. Tippt er mit der Spitze auf den im Buch abgebildeten Fink, ertönen die typischen Laute des Vogels. So kann er die elektronische mit der Stimme des realen Vorbildes vergleichen. Der 82-Jährige erkennt viele der heimischen Vogelarten jedoch ohne technische Hilfe. Er horcht im Garten der Naturschutzstation des Weyher Naturschutzbundes (Nabu) einmal auf und deutet mit dem Finger nach oben. Ein Stieglitz macht auf sich aufmerksam. „Das könnte ich mit einer Lerche verwechseln“, ist Vera Nietzer-Herrlich vom Wissen des Lahausers beeindruckt.

Beide gehören innerhalb des Weyher Naturschutzbundes zur Gruppe, die viermal im Jahr unterwegs ist und gesichtete Vögel registriert. Seit 2014 läuft das Monitoring in Weyhe. Die Route ist dabei genau festgelegt und umfasst einen Quadratkilometer ausgangs Leeste bis zur Umgehungsstraße Brinkum. Diese Bestandsaufnahme der Vogelwelt übernehmen die Freiwilligen im Auftrag des Niedersächsischen Landesamtes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die Ergebnisse aus Weyhe fließen in eine bundes- und europaweite Gesamtbetrachtung ein und liefern wissenschaftliche Erkenntnisse über die langjährigen Veränderungen der Vogelpopulation und deren Lebensräume. In Niedersachsen und Bremen sind 280 solcher Gebiete ausgewiesen, sagt Hubert Sturm. 180 bis 190 von ihnen werden seinen Angaben zufolge von Vogelkundlern betreut. In Weyhe ist es die Probefläche mit der Nummer 197. 

Im Frühling ist die Weyher Monitoring-Gruppe unterwegs, am Morgen geht es los. Vera Nietzer-Herrlich, Beke Seefried, Hubert Sturm sowie seine Enkel Oliver und Julian Lange haben in diesem Jahr nach Vögeln Ausschau gehalten und sie für die Statistik erfasst. Bei der Begehung trägt die Gruppe jede Vogelart mit einem Kürzel punktgenau in die sogenannte Feldkarte ein. Nach der letzten Runde erfolgt die Übertragung in eine Artenkarte. Die Gruppe sieht bei ihren Touren zwar nur einen kleinen Ausschnitt der Daten, erkennt aber auch in ihrem Gebiet Veränderungen. Mehlschwalben etwa haben die Vogelkundler in diesem Jahr keine gesehen. Genau wie den Rauchschwalben geht es ihnen immer schlechter, weil sie kaum Nistplätze finden und feuchter Lehm fehlt, um Nester zu bauen. 

„Seit 2014 haben wir auf unserer Probefläche keine einzige Lerche entdeckt, dagegen kann sie der Beobachter auf dem Hahnenfelde zwischen Lahausen und Barrien regelmäßig hören, wenn auch mit abnehmender Tendenz“, sagt Sturm. Ein paar Rebhühner haben die Vogelkundler jeweils nur 2015 und 2019 gesehen, Kiebitze überhaupt nicht. Das, obwohl in der Leester Marsch bis hin zur Ochtum in diesem Jahr etwa fünf Paare brüten sollen, sagt Sturm. Dort seien auch mal Blaukehlchen, Braun- oder Schwarzkehlchen, ein Eisvogel oder eine Rohrweihe zu entdecken. Das Gebiet gehört allerdings nicht zur Probefläche und fließt nicht in die Statistik ein.

Neuntöter sind zwar durchaus selten, aber ziemlich am Ende der Runde am Äsenweg in Erichshof brüten sie sogar das dritte Jahr in Folge. Überhaupt ist der letzte Abschnitt zwischen der Bundesstraße 6 und Leeste für die Gruppe der krönende Abschluss ihres zwei- bis dreistündigen Rundgangs, weil die Ecke wenig zugebaut ist. 

Bei den diesjährigen Begehungen sind Dompfaff, Stieglitz und Bluthänfling eher selten gesichtet worden, Buchfink, Zilpzalp, Kohlmeise, Amsel, Haussperling oder Grünfink dagegen häufiger. „Während Ringeltauben und Krähenarten gehäuft und überall anzutreffen sind, zeigt sich, dass andere Arten sich recht standorttreu verhalten“, beschreibt Hubert Sturm, was die Gruppe beobachtet hat. So haben die Vogelkundler zum Beispiel bemerkt, dass sich Haussperlinge zahlreich in einer Hecke tummeln, aber 100 Meter weiter kaum mehr zu sehen sind. Insgesamt hat die Gruppe auf ihrer Fläche in den vergangenen sieben Jahren bis zu 60 Vogelarten festgestellt.

Bei der letzten Runde in diesem Jahr Mitte Juni registrierte die Gruppe 30 verschiedene Arten, etwas weniger als erwartet, sagt Sturm, „aber nicht alle Vögel zeigen sich, wenn wir gerade auftauchen“. Seit gut 30 Jahren ist er Mitglied beim Nabu. Schon früh wanderte sein Blick gen Himmel, wenn dort Tiere flatterten. Als Flüchtlingskinder hatten er und seine Freunde in Ostwestfalen in den Sommerferien viel Freizeit. „Sobald die Schule aus war, waren wir in der Natur“, sagt er. 

Ständig draußen war auch Vera Nietzer-Herrlich als Kind, deren erstes Monitoring-Jahr es war. Sonst ist die 60-Jährige in der Eulen- und Falkengruppe des Nabu engagiert. „Ich finde es interessant, wie sich die Natur im Beobachtungszeitraum entwickelt“, sagt sie über ihre Monitoring-Premiere. Bei der ersten Strecke seien die Felder noch kahl, dann wachse das Gras immer höher, sodass Tiere wie Bluthänflinge am Ende nur noch zu hören sind. Ein Glück, dass Hubert Sturm dann mit seinem Gehör und dem Naturführer dabei ist.


Regionale Rundschau vom 06.07.2020

Nabu Weyhe

Neue Quartiere für Fledermäuse

Anke Bayer-Thiemig und Esther Nöggerath 05.07.2020 0 Kommentare

Fledermäuse sind derzeit wieder sehr aktiv und können vor allem in Wassernähe gesichtet werden. (Stefan Greif/DPA)

Weyhe. Fledermäuse zählen zu den am stärksten bedrohten Säugetierarten in Deutschland, deswegen hat es sich der Naturschutzbund (Nabu) unter anderem zur Aufgabe gemacht, die Lebensbedingungen für die geflügelten Tiere zu verbessern. In Weyhe hat der Nabu nun im vergangenen Jahr damit begonnen, mehrere Bunker in der Gemeinde zu Fledermausquartieren umzuwandeln. Die ersten davon sind bereits gut von den Tieren angenommen worden, weitere Bunker-Umbauten sollen dieses Jahr folgen.

Etwa ein halbes Dutzend Bunker hat der Nabu im Herbst umgerüstet, um den Tieren über den Winter ein Quartier zu bieten. „Wir mussten die Bunker zunächst ausräumen und dann als Unterkunft umbauen“, erklärt Alfred Schulte vom Weyher Nabu. Dafür haben die Naturschützer unter anderem sogenannte Porotonsteine eingebaut, um den Fledermäusen Unterschlupf zu bieten. „Außerdem haben wir die klimatischen Bedingungen angepasst“, erzählt Schulte. Denn wenn es zu viele Öffnungen im Bunker gebe, sei der Luftzug für die Fledermäuse zu groß. Außerdem musste zusätzliche Feuchtigkeit in die Gemäuer gelangen, um optimale Bedingungen für die Tiere zu schaffen.

Im Januar und Februar dieses Jahres hat der Naturschutzbund dann die umgestalteten Bunker inspiziert und dabei eine ganze Reihe von Tieren entdecken können. „Das waren jetzt auch nicht enorm viele, aber es ist schon ein Erfolg“, sagt Schulte. „Es geht in die richtige Richtung.“

Allerdings haben die Mitglieder dabei auch festgestellt, dass es trotz des zusätzlichen Wassers, das sie in die Bunker gebracht haben, noch immer nicht feucht genug dort für die Fledermäuse ist. „Die Flughäute von denen sind sehr dünn und trocknen sehr schnell aus“, erklärt Schulte. Deswegen wolle man in Sachen Feuchtigkeit nun in den kommenden Monaten die Bunker noch nachrüsten. Die Idee ist, Satellitenschüsseln auf den Dächern der Bunker zu befestigen, in denen sich Regenwasser sammeln kann, das dann in die Bunker geleitet wird, um einen permanenten Wasserstand dort zu gewährleisten. Außerdem will der Weyher Nabu in diesem Jahr auch noch drei bis vier weitere Bunker in Angriff nehmen, sodass zum nächsten Winter etwa zehn Bunker für die Fledermäuse zur Verfügung stehen. „Mehr ist mit der Größe unseres Teams nicht möglich“, sagt Schulte.

Seit dem Frühjahr sind die fliegenden Säugetiere nun auch wieder unterwegs, gebären jetzt, sind sehr betriebsam. Deshalb sind Begegnungen mit den Flattermännern nicht ungewöhnlich. Auch in Stuhr und Weyhe sind die kleinen Nachttiere aktiv. „Es ist gerade eine gute Zeit, um Fledermäuse zu beobachten“, sagt Schulte. Insbesondere in trockenen Nächten würde man sie besonders gut über Wasser oder an dessen Randgebieten sehen können, wo sie auf Insektenjagd gehen.

In Verruf gekommen

Der Naturschützer zeigt sich, ähnlich wie sein Kollege Folkhard Grohn vom Nabu Stuhr, allerdings auch besorgt über den Ruf, den Fledermäuse derzeit durch die Corona-Pandemie bekommen haben. "Wir bekommen da manchmal Rückfragen zu", erzählt Schulte, der um Aufklärung in der Sache bemüht ist. „Fledermäuse können wie alle Haus- und Wildtiere Krankheiten auf den Menschen übertragen, tun es aber meist nicht“, entwarnen Grohn und Schulte. Denn es gibt keine Belege dafür, dass die in Deutschland heimischen Fledermäuse Träger des Corona-Stammes sind, dem auch das Coronavirus entstammt, wie der Naturschutzbund auf seiner Internetseite auch noch einmal erklärt. Das Virus sei neuartig und werde von Mensch zu Mensch übertragen. „Ich habe das eine oder andere Mal gemerkt, dass es mehr Vorbehalte gibt", sagt auch Carola Anders als Fledermaus-Regionalbetreuerin des Landkreises Diepholz, die Verständnis für die Ängste und Sorgen der Menschen hat. Sie erklärt aber, dass Antipathien gegenüber heimischen Fledermäusen absolut unbegründet seien.

Wer sich dennoch Sorgen macht, dem empfehlen die Experten, bei Berührung oder Kontakt zu den Tieren Handschuhe und Mundschutz zu tragen. „Jetzt Fledermäuse zu bekämpfen, ist völlig unbegründet und ist zudem in Deutschland und EU-weit strafbar“, merkt Alfred Schulte an. „Letztlich gehören Fledermäuse zu den Wildtieren und haben, wie die anderen, ihre Daseinsberechtigung. Es sind gesetzlich geschützte Tiere“, erklären Grohn und Schulte. Durch den Einfluss des Menschen sind sie auch in ihrem Bestand bedroht. Die Fledermäuse finden immer weniger Lebensräume und Nahrung. Deswegen gibt der Nabu Weyhe auch online unter www.nabu-weyhe.de/projekte-und-themen/fledermausschutz Tipps für Privatpersonen, wie man den eigenen Garten fledermausfreundlicher gestalten kann oder Unterschlüpfe für die geflügelten Säuger schafft.


Kreiszeitung vom 24.06.2020

 

Vögel zählen

Vogelmonitoring des Nabu: Weyher Gruppe sichtet seltene Arten - Blaumeisensterben wird nicht bestätigt

Der Bluthänfling ist ein eher seltener Vogel, aber bei einem Vogelmonitoring stellten Nabu-Beobachter fest, dass er in Weyhe noch brütet. Foto: Heiner Büntemeyer

Weyhe – Seit dem Frühjahr 2014 beteiligen sich Mitglieder der Nabu-Gruppe Weyhe an einem sogenannten Vogelmonitoring. Dafür wurde zunächst zwischen dem Ortsausgang Leeste und der Brinkumer Umgehungsstraße eine einen Quadratkilometer große Fläche festgelegt, die zwischen Ende März und Anfang Juni viermal frühmorgens abgegangen wird.

 

  • Die Nabu-Ortsgruppe aus Weyhe beteiligt sich seit 2014 an dem sogenannten Vogelmonitoring
  • Während ihrer letzten Begehung des ausgewählten Beobachtungsgebiets sichteten sie seltene Vogelarten
  • Kaum noch vertreten sind allerdings die Lerche, Rebhühner und Kiebitze

Vogelmonitoring in Weyhe: Nabu-Gruppe entdeckt Dompfaff, Stieglitz und Bluthänfling

 

Dabei werden alle gesichteten Vögel registriert und punktgenau mit einem Kürzel in eine Feldkarte eingetragen. Am Ende des Beobachtungszeitraumes werden alle Ergebnisse aus den Feldkarten in eine Artkarte übertragen. Anschließend wird diese Artkarte an das Niedersächsische Landesamt für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geschickt. Die Ergebnisse fließen dann in eine bundes- und europaweite Gesamtbetrachtung ein und liefern wissenschaftliche Erkenntnisse über langjährige ornithologische Zustände oder Veränderungen.

In Niedersachsen und Bremen sind 280 Beobachtungsgebiete ausgewiesen, zu denen auch die „Probefläche 197“ gehört, die seit 2014 von sehr engagierten Mitgliedern der Weyher Nabu-Gruppe untersucht wird. Mitglieder dieser Gruppe, die in unterschiedlichen Besetzungen an den diesjährigen Exkursionen teilgenommen haben, sind Vera Nietzer-Herrlich, Beke Seefried, Oliver Lange, Julian Lange und Hubert Sturm. „Sie waren immer mit großer Begeisterung und fundiertem ornothologischen Wissen dabei“, lobt Hubert Sturm die Aktiven, die bei den Beobachtungsgängen stets bis zu drei Stunden in der ausgewählten Fläche unterwegs sind.

Bei der Begehung am 5. April wurden 32, am 15. April 41, am 11. Mai 37 und am 13. Juni 30 verschiedene Vogelarten entdeckt. Darunter Ringeltauben und Krähenarten sowie Buchfink, Zilpzalp, Kohlmeise, Amsel, Haussperling und Grünfink, die zu den häufigeren Vogelarten zählen. Aber auch seltenere Vogelarten wie Dompfaff, Stieglitz und Bluthänfling wurden gesichtet. Bei der jüngsten Begehung entdeckten sie zu ihrer großen Freude in der Nähe des Aesenweges wieder den sehr seltenen Neuntöter, der an diesem Standort bereits zum dritten Mal brütet.

Vogelmonitoring in Weyhe: Kaum bis gar keine Registrierung von Lerchen, Rebhühnern und Kiebitzen

Dagegen bedauerten sie, dass sie auch in diesem Jahr keine einzige Lerche entdecken konnten, die sich allerdings im Bereich Hahnenfelde, wenn auch mit abnehmender Tendenz, noch regelmäßig hören lässt. Rebhühner wurden in den vergangenen sieben Jahren nur zweimal gesichtet, Kiebitze überhaupt nicht. Dieser früher hier sehr häufige Wiesenvogel brütet hingegen noch mit wenigen Brutpaaren in der Leester Marsch. „Wer Glück hat, kann dort auch mal ein Blaukehlchen, Braun- oder Schwarzkehlchen, einen Eisvogel oder eine Rohrweihe entdecken“, berichtet Hubert Sturm. Auch der Rotmilan sei mehrmals dort gesichtet worden. Beim Vogelmonitoring zählen diese Vorkommen allerdings nicht, denn dieses Gebiet gehört nicht zur „Probefläche 197“. Achtung vor Vogelbrut! Hecken sollte man frühestens erst ab Ende Juli beschneiden.

Insgesamt trafen die Weyher Nabu-Mitglieder in den bisherigen sieben Beobachtungsjahren auf fast 60 verschiedene Vogelarten. Und die diesjährigen Begehungen brachten noch ein weiteres erfreuliches Resultat: „Das in anderen Regionen so oft beobachtete rätselhafte Blaumeisensterben können wir glücklicherweise für Weyhe nicht bestätigen“, erklärt Sturm.

 


Regionale Rundschau vom 23.05.2020

 

Weyher Wasserbüffel helfen der Natur

Große Tiere mit großem Auftrag

Maike Plaggenborg 22.05.2020 0 Kommentare

Die Wasserbüffel sind liebesbedürftig, sagt Naturschützer Thomas Brugger und deshalb krault er sie gerne tüchtig. (Michael Braunschädel)

Weyhe/Stuhr. Sie liegen, wo sie trinken, sie essen, wo sie stehen: Die acht Wasserbüffel in der Leester Marsch haben auf rund sieben Hektar Land alles, was sie brauchen. Was nicht, bekommen sie vom Naturschutzbund (Nabu) Weyhe. Heu etwa und Wasser, und auch die Tiere haben im Gegenzug dazu etwas zu leisten. Sie nämlich halten die Landschaft in Schuss.

Zur Sicherheit nimmt Nabu-Vorsitzender Thomas Brugger einen kräftigen langen Stab mit. Damit stochert er zunächst in den Fladen der schwarzen und weißen Tiere herum, die schon auf dem Weg von der Futterstelle zur Weide verteilt sind. Typische Wiederkäuer-Haufen, sagt er, sind das. Er will zeigen: Sie sind Herberge für viele Insekten, so sie denn nicht mehr allzu frisch sind. In einem Kilo tummeln sich etwa 20 Gramm von ihnen. Das zieht die Vögel an. Dann kommt es zum Blickkontakt zwischen Mensch und Tier. Angst muss hier keiner haben, versichert Brugger. Aber wenn vier Erwachsene sich den Tieren nähern, von denen sie nur einen kennen – ihn – ist Vorsicht geboten. Brugger selbst ist schon von den Tieren mal hier, mal da einen Meter zur Seite geschubst worden, alles im Spiel. Doch bei 70 gegen 700 Kilogramm können die Regeln sich schnell ändern. „Ich musste ihm vor das Maul treten“, sagt Brugger über eine solche Situation mit einem Bullen in zunächst unverfänglicher Rangelei.

Die Herde reckt ihre Hälse nach dem Besuch, guckt interessiert und lässt gleichzeitig das Fressen sein. Neugier bis Anspannung macht sich breit, auf beiden Seiten. Doch, so viel sei verraten, alles bleibt friedlich. „Sie können mich jetzt schon riechen“, sagt Brugger, als von den Tieren noch nicht einmal Details zu erkennen sind. Zusätzlich meldet er sich übers Rufen an. Die acht kennen seine Stimme. Passanten aber sollten Abstand halten, die Büffel nicht füttern und auch davon absehen, sich dem Gelände mit dem Auto zu nähern.

Und dann stehen sie da: Die weißen Kühe Martha und Hanne, Lotte und Kaja, die Ochsen Oskar und „Prachtkerl“ George, Mette und Leitkuh Laura. Sie ist die Chefin. Wenn sie okay ist mit dem Besuch, sind es die anderen auch. Auf ein paar Schritte nähern sie sich an, bewegen sich heraus aus ihrer Tränke, für deren Erhalt sie selbst sorgen. Mit ihren Hörnern scharren sie die Senken in die Böden. Wo Wasser ist, da sind auch Vögel. Wiesenschafstelzen beispielsweise oder auch Nilgänse. „Der Storch kommt fast jeden Tag“, sagt Brugger. Noch dazu bieten sie den Vogelarten Schutz. „Greifvögel werden vom Büffel ins Visier genommen.“ Auch Fuchs, Wolf und Iltis lassen sich von den rinderähnlichen Tieren abhalten, ihrer Jagd aufs Gefieder nachzugehen.

Doch die aus Asien stammende und inzwischen europäisierte und daraus domestizierte Wasserbüffelart tut noch mehr für die Biotope in der Leester Marsch an der Schwelle zu Brinkum. Sie verhindern den wilden Wuchs von Binsen oder auch Erlen. Die Tiere können die Gewächse verdauen, zwar nicht gut, wie Brugger sagt, aber immer noch besser als Rinder. „Wenn keine Tiere da wären, würden die Biotope zuwachsen.“ Und das sollen sie nicht. Sie dienen als Laichhabitate und die Wasservögel brauchen offenes Gelände. „Wir haben sonst keine offenen Biotope“, sagt der Nabu-Chef. Vögel, die auf dem rund sieben Hektar großen Areal – 2,6 davon gehören der Gemeinde Weyhe, 4,5 der Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe – nun zum Zuge kommen, seien „fast alles vom Aussterben bedrohte Vögel“.

2014 hat der Nabu mit dem Projekt Ganzjahresbeweidung begonnen und die Tiere für 6500 Euro von einem Züchter aus Bremen-Grolland gekauft. Seitdem kümmert sich der Weyher Naturschutzbund gemeinsam mit einem Stuhrer Landwirt um das Projekt – der Nabu dienstags bis donnerstags, Michael Bode-Kirchhoff freitags bis montags. Er schafft das Heu ran. Futter und Wasser gibt es im Unterstand des Landwirts auf Brinkumer Boden. Wer Dienst hat, misst beispielsweise, ob der Zaun genug Strom hat und ob die Wasserpumpe funktioniert. Brugger zählt auch immer noch einmal durch, ob alle acht da sind. Dabei findet sich auch immer noch Zeit zum „Kuscheln“. „Die Tiere sind liebesbedürftig“, sagt Brugger. Sie lassen sich gerne kraulen. Legt der Naturschützer ordentlich Hand an das borstige Fell an, schließen die hunderte Kilogramm schweren Büffel die Augen und genießen. Allerdings können sie auch sehr stur sein, sagt er. Die Lösung: „Das geht mit gut zureden.“

Wie lange die Tiere noch bleiben? „Das Ende ist offen“, sagt Thomas Brugger, es kommt aber wohl, wenn „sich keiner mehr kümmern will“. Danach aber sieht es aktuell keineswegs aus.


Regionale Rundschau vom 20.05.2020

Nabu Weyhe

Kleine Tiere mit großem Nutzen

Immer weniger Bienen gibt es in Deutschland. Um ihnen mehr Lebensraum zu ermöglichen, verteilt der Naturschutzbund Weyhe noch Samentüten für Blühwiesen. (Hendrik Schmidt/DPA)

Weyhe. An diesem Mittwoch, 20. Mai, ist Weltbienentag. Der Naturschutzbund (Nabu) Weyhe hat das zum Anlass genommen, um noch mal auf das Insektensterben und die sehr hohe Abhängigkeit der Menschheit von der Bestäubungsleistung der kleinen unscheinbaren Wildbienen hinzuweisen. Neben der Honigbiene, die als Nutztier in der Obhut der Imker bestens betreut wird und entsprechend eher nicht bedroht ist, gibt es laut Bernd Daneke, dem zweiten Vorsitzenden des Nabu Weyhe, in Deutschland noch 585 Wildbienenarten, denen es mehr oder weniger „gut“ bis sehr schlecht geht. „Ihre Lebensbedingungen haben sich infolge von Landschaftsveränderungen wie Straßenbau, Gewerbegebiete, Siedlungsbau, Landwirtschaft, Pestizidnutzung, Umweltverschmutzung und vieles mehr seit vielen Jahren stark verschlechtert“, berichtet Daneke.

Da die Wildbienen klein und nicht besonders auffällig sind, sei das in der breiten Öffentlichkeit nicht besonders zur Kenntnis genommen worden, obwohl Fachleute schon seit langem davor warnen. Erst durch die „Krefeld-Studie“ seien sie in der Öffentlichkeit bekannt geworden. Obwohl die Biene klein ist, sei ihre Bedeutung „groß, um nicht zu sagen riesig“: Denn nach Aussage der Fachleute werden etwa drei Viertel aller Pflanzenarten, einschließlich der Nutzpflanzen, durch Insekten bestäubt. „Das sind in erster Linie die Wildbienenarten, alle anderen Insekten spielen eher eine untergeordnete Rolle“, betont Daneke. „Ohne diese Bestäubungsleistung würde sich die Pflanzenwelt unserer Erde radikal verändern.“ Das würde wiederum dazu führen, dass es für die Ernährung des Menschen sicherlich in manchen Regionen der Erde nicht sonderlich gut aussehe. „Selbst in so reichen Ländern wie dem unsrigen müsste man auf vieles verzichten“, befürchtet der Naturschützer. In China etwa würden schon Obstbäume von Hand bestäubt, um weiterhin für Ertrag zu sorgen.

Um den Bienen und anderen Insekten mehr Lebensraum zu bieten, dafür kann laut Daneke auch jeder Einzelne etwas tun: „Ein naturbelassener Garten mit heimischen ungefüllten Blüten, die von Insekten angeflogen werden können, Totholz, wilden Ecken, Wasser und Blumenstängel für den Winter sollte immer noch die erste Lösung sein“, empfiehlt er. Insektenhotels, wie es sie inzwischen immer häufiger gibt, seien dagegen eher eine sinnvolle Zugabe. Wer noch Samentüten für den Garten braucht, kann sich dafür an den Weyher Nabu per E-Mail an heiko-janssen@web.de wenden. Denn aus der Aktion „Blüte aus der Tüte“ der Stiftung Naturschutz des Landkreises Diepholz sind noch einige Samentüten abzugeben.


Kreiszeitung vom 16.05.2020

 

Vierbeinige Landschaftspfleger

Wasserbüffel in der Leester Marsch machen einen guten Job

Landwirtschaftsmeister Michael Bode-Kirchhoff aus Brinkum (links) sorgt für eine fachgerechte Betreuung der Leester Wasserbüffel. Beim Nabu in Weyhe ist Thomas Brugger (rechts) für die Tiere und das Büffelweidenprojekt zuständig. Fotos: Rainer Jysch

Wer mit dem Fahrrad durch die Marsch von Brinkum über Leeste nach Kirchweyhe fährt, sieht mit etwas Glück ein paar Wasserbüffel, wenn sich die acht Hörnerträger nicht gerade in einer Senke wiederkäuend zur Ruhe gelegt haben, oder im Hochsommer bis zum Hals in einem kleinen See stecken, um ihre Körpertemperatur zu regulieren.

Leeste - Von Rainer Jysch.  „Die Büffel haben nur ein Sechstel der Schweißdrüsen einer normalen Rinderrasse. Das bedeutet, dass sie nicht so gut schwitzen können und sich deshalb im Wasser abkühlen müssen, wenn hohe Temperaturen herrschen. Dann liegen sie stundenlang im Teich. Manchmal ist auch der gesamte Kopf unter Wasser und es gucken nur noch die Nüstern raus“, berichtet Thomas Brugger, der beim Nabu in Weyhe zuständige Mitarbeiter für das im Oktober 2014 gestartete Büffelweidenprojekt. Anfangs waren es nur vier Tiere: Zuchtbulle Artus, Kuh Laura und ihre Halbschwester Mette mit Kalb George. In 2016 und 2018 haben insgesamt fünf Geburten die kleine Rinderfamilie erweitert, darunter zwei Kühe mit weißem Fell und zwei schwarze Jungbullen. Bulle Artus musste dafür wegen der Gefahr der Inzucht allerdings weichen. Die Rolle der Herden-Chefin hat seitdem Kuh Laura übernommen.

„Wir haben es hier mit dem domestizierten, europäischen Wasserbüffel zu tun, der aus der asiatischen Rasse entstanden ist“, erzählt Brugger. So sei die europäische Wasserbüffelrasse ursprünglich in Italien und in Ländern Osteuropas gezüchtet worden. „Es gibt ganz verschiedene Arten, die man gut an der Kopfform sowie an der Form und Stellung der Hörner unterscheiden kann“, erklärt er.

Die Wasserbüffel in der Leester Marsch sind knapp zwei bis rund acht Jahre alt und haben ein Gewicht von 500 bis 600 Kilo. Ochse George liegt bei rund 800 Kilogramm. „Ein ausgewachsener Bulle kann schon mal 1200 Kilo wiegen“, weiß Thomas Brugger zu berichten. „George ist unser Prachtexemplar, schade dass wir den kastriert haben“, bedauert er. „Da er aber ein Nachwuchs aus der ersten Kuh Laura ist, können wir ihn hier nicht als Zuchtbullen einsetzen.“

Die Lebenserwartung der exotischen Rinder liegt bei 25 bis 30 Jahren. Wasserbüffel sind gutmütig und neugierig, dennoch sollten Spaziergänger einen respektvollen Abstand einhalten, falls die Tiere mal an den Zaun kommen, insbesondere wenn die Muttertiere Kälber führen. „Die Büffel sollten auch nicht gefüttert werden“, bittet Thomas Brugger die Passanten. „Alles, was die Tiere brauchen, finden sie auf der Weide oder erhalten sie im Rahmen der Pflege.“

Fünf der momentan insgesamt acht Wasserbüffel, die sich in der Leester Marsch als vierbeinige Landschaftspfleger bewährt haben.

Landwirtschaftsmeister Michael Bode-Kirchhoff aus Brinkum sorgt für eine fachgerechte Betreuung der Leester Wasserbüffel. Im Sommer sind die Tiere meistens Tag und Nacht draußen auf der Weide. Je nach Witterung haben die acht Rinder aber auch die Möglichkeit, in einem separaten Bereich des offenen Stalls der Familie Bode-Kirchhoff zu schlafen. Je nach Bedarf gelangen die Tiere selbständig von der Weide über einen schmalen Weg zu dem fast 50 Quadratmeter großen, mit Heu ausgelegten Unterstand. Im Winter dient ihnen diese Bleibe auch tagsüber als geschützter Rückzugsort. Auf ihrem Weg zum Stall wechseln die Wasserbüffel von der Gemeinde Weyhe in die Gemeinde Stuhr. Der Grenzgraben wurde speziell für diesen Zweck mit einem Betonrohr überbrückt. „Das ist gelebte Nachbarschaft“, scherzt Michael Bode-Kirchhoff. Der Nabu habe ursprünglich überlegt, einen eigenen kleinen Stall auf der Weidefläche zu bauen. „Das hat sich dann aber aus Kosten- und Genehmigungsgründen schnell zerschlagen“, sagt Thomas Brugger. „Bei uns waren ja die Voraussetzungen bereits da. Wir mussten nur die Überwegung über den Graben schaffen“, ergänzt Bode-Kirchhoff.

Die seinerzeit von einem Züchter aus Bremen-Grolland erworbenen Wasserbüffel sind Teil des extensiven Beweidungsprojektes. Der Job der Rinder ist es, das Gras niedrig zu halten und so einen Lebensraum für Vogelarten zu schaffen, die es sonst an dieser Stelle nicht geben würde. „Noch vor 30 Jahren war in der Leester Marsch überall Vieh zu sehen. Wo gibt es denn heute hier noch Rinder?“, fragt sich Bode-Kirchhoff. „Weideflächen werden bei intensiver Nutzung vier bis fünf Mal im Jahr gemäht und immer kurz gehalten. Vögel haben da keine Chance, im Mai ihre Brut durchzubringen.“

„Extensive Beweidung heißt, dass das 7,5 Hektar große Land nicht wirtschaftlich beweidet wird, um eine Artenvielfalt bei Flora und Fauna zu erreichen: keine Düngung und keine Spritzmittel“, erklärt Thomas Brugger. Dass das funktioniert, hat er bereits festgestellt: „Ich habe hier schon wieder sechs Kiebitze gesehen und die Schnepfenvögel Bekassine und Rotschenkel sind ebenfalls beobachtet worden. Da bekommen wir gerade eine riesige Wiesenvogelpopulation“, freut sich der Nabu-Mann.

„Häufig sitzen Stare auf den Büffeln und futtern denen die Insekten aus dem Fell“, sagt Brugger. „Und die Wiesenschafstelzen wandern den Rindern zwischen den Beinen herum und warten darauf, dass Fliegen aufgescheucht werden, die sich die Vögel dann wegschnappen.“ Auch Störche, Fischreiher und Graugänse sind als Gäste auf der Weide gesehen worden.

In den Wintermonaten bekommen die Leester Wasserbüffel ausschließlich Heu dazugefüttert. „Mit Kraftnahrung können die gar nicht umgehen“, meint Bode-Kirchhoff. „Die Tiere müssen ja auch nichts leisten, müssen keine Milch produzieren oder übermäßig Fleisch ansetzen. Das ist tatsächlich nur der Erhaltungsbedarf, den die Tiere aufnehmen. Weidegras im Sommer und gutes Heu sind dafür allemal ausreichend“, so der bio-zertifizierte Landwirt. „Viel bessere Bedingungen für eine Tierhaltung gibt es eigentlich nicht.“


Regionale Rundschau vom 21.04.2020

Lebensraum in Weyhe bedroht

Schwalben im Anflug

Sie kommen: Schwalben nehmen Kurs auch auf die Region. Zu den ersten gehören immer die Rauchschwalben, die aus Nordafrika nach Mitteleuropa kommen. (Holger Bokelmann/Nabu)

Weyhe. Sie werden kommen und sie werden erneut voraussichtlich nicht allzu viele sein: Die Schwalben sind derzeit im Anflug und nehmen dabei auch Kurs auf die Region. Dass sie mal wieder mehr werden könnten, dabei könnten Blumensamen helfen, meint Bernd Daneke, 2. Vorsitzender vom Weyher Naturschutzbund (Nabu) und verweist auf die landkreisweite Aktion „Blüte aus der Tüte“. Gepflanzt werden sollten sie: jetzt.

Schwalben werden als Glücksboten gesehen, sagt Daneke. Wie in jedem Jahr werde von vielen Norddeutschen deshalb mit Interesse erwartet, dass erst Rauch- und später auch Mehlschwalben eintreffen. Die Sommerboten überwintern in Nordafrika südlich der Sahara, informiert der Nabu im Internet. Nach Mitteleuropa zurück kommen die Rauchschwalben meistens schon Ende März, Mehlschwalben hauptsächlich zwischen Mitte April und Mitte Mai. „Ihre Ankunftszeit variiert von Jahr zu Jahr, da der Heimzug auch durch die jeweilige Wetterlage auf dem Zugweg beeinflusst wird“, heißt es weiter.

Doch die blutplatztreuen Vögel erleben bei ihrer Rückkehr manch schlechte Überraschung – die, dass ihr Nest vom Vorjahr nicht mehr da ist oder möglicher Lebensraum überhaupt knapper wird. Immer seltener finden sie geeignete Nistplätze. Als Ursachen nennt der Nabu Sanierungen an Gebäuden, intensive Landwirtschaft und weniger fliegende Insekten. Schwalben haben keine alternative Nahrungsquelle, sagt Daneke. „Waren die Schwalben, deren Familie in nur einem Sommer auf bis zu 250 000 gefangene Insekten kommen kann, früher in den Ställen willkommene Gäste, werden diese heute oftmals ausgesperrt, um eine geforderte Sauberkeit zu gewährleisten.“

Hygienevorschriften hätten sich verschärft. Es gebe immer wieder Probleme mit dem nicht unerheblichen Kot der Schwalben unter den Nestern, die aber durch darunter angebrachte Kotbretter verringert werden könnten, meint der Nabu-Vorsitzende. „Jetzt, vor dem Eintreffen der Flugakrobaten, die das Winterhalbjahr im südlichen Afrika verbracht haben, sollten sie angebracht werden.“

Wenig Baustoff für Nester

Auch trockene Sommer, in denen nicht genügend feuchtes Baumaterial zur Verfügung steht, bedeuten ein hohes Risiko – insbesondere für die Brut. Denn wenn die Nester nicht ausreichend fest angebracht werden können beziehungsweise in der ganzen Struktur kein ausreichender Zusammenhalt herstellbar ist, droht die Gefahr, dass sie bei zunehmender Größe der Küken und somit zunehmendem Gewicht abfallen, so Daneke, der sich in seiner Nabu-Arbeit außerdem mit Falken- und Eulennestern beschäftigt. „Um das zu umgehen empfehlen wir Lehmpfützen den ganzen Sommer über feucht zu halten, gerne mit zum Beispiel Hundehaaren versetzt.“

Durch die zunehmende Bedrohung des Lebensraums habe sich die Population in den vergangenen Jahren um 30 bis 40 Prozent verringert. Das sei das Ergebnis der vom Nabu Deutschland aufgerufenen „Stunde der Gartenvögel“ – eine jährliche im Mai stattfindende wissenschaftliche Arbeit zehntausender interessierter deutscher Privatpersonen. „Die deutschen Gärten sollten sich daher zu insektenfreundlichen Blumenmeeren entwickeln – giftfrei – mit unterschiedlichen heimischen Arten, die das Frühjahr, den Sommer und bis in den Herbst hinein blühen und Insektennahrung bieten.“ Daneke betrachtet das als „sinnvolle Aufgabe“ inmitten der Corona-Krise, „in der viele Aktivitäten abgesagt werden mussten“. Um das Vorhaben zu unterstützen, hätte am Sonntag die Aktion „Blüte aus der Tüte“ zusammen mit der Naturschutzstiftung des Landkreises Diepholz starten sollen, bei der „regiozertifizierte Wildblumensamenmischungen“ verteilt werden sollten. Alternativ verweist Daneke nun auf die Möglichkeit, sich beim Weyher Nabu-Insektenfachmann Heiko Janßen zu melden, die Mischungen über ihn bekommen zu können – „solange der Vorrat reicht“. Der Nabu habe sich für diesen Weg entschieden, „da die Aussaat der insektenfreundlichen Blühflächen demnächst erfolgen muss“.

Heiko Janßen ist per E-Mail erreichbar unter heiko-janssen@web.de. Weitere Info zum Wildblumenprogramm unter www.stiftung-naturschutz-diepholz.de.


Regionale Rundschau vom 29.03.2020

 

Über das Leben der nächtlichen Jäger

Alfred Schulte vom Naturschutzbund Weyhe informiert in einem Vortrag über Fledermäuse und Eulen

Eine Mückenfledermaus bei Nacht. Auf der Suche nach Beute stoßen Fledermäuse Schallwellen in hohen Frequenzen aus.

Weyhe. Vor interessiertem Publikum mit teilweiser eigener Erfahrung zu Fledermäusen und Eulen konnte Alfred Schulte vom Naturschutzbund (Nabu) Weyhe wesentliche Charaktere der nächtlichen Flieger erklären und mit messtechnischen Methoden belegen.

Zunächst wurde aufgeklärt, dass die circa 25 Arten von Fledermäusen, die es in Deutschland gibt – darunter die Mückenfledermaus –, keine Blutsauger sind, wie häufig in Gruselgeschichten erzählt wird, sondern sich von Insekten ernähren. In Norddeutschland haben sich circa zwölf Arten angesiedelt. Die bekanntesten sind Braunes Langohr, Großer Abendsegler, Wasserfledermaus, Teichfledermaus, Fransenfledermaus. Die Identifizierung der Arten im Flug ist auch für Experten sehr schwierig und lässt sich bei hängenden Fledermäusen wesentlich einfacher durchführen, als bei fliegenden.

Alfred Schulte vom Nabu berichtete aus eigener Erfahrung.

Für den Nahrungsbedarf benötigen die Fledermäuse bis zu 4000 Insekten pro Tag. Die Fledermäuse fangen ihre Beute mit den Flügeln und verstauen diese dann in ihrem Schwanz. Das Insektensterben durch Monokulturen, eingesetzte Gifte, kultivierte Wälder und fehlende Blühstreifen macht das Überleben der Tiere schwieriger. Für die Überwinterung fehlen Spalten und Schlitze in alten feuchten Gebäuden.

Es kam zu vielfältigen konkreten Fragen und entsprechenden Antworten: Wie kann ich helfen Fledermausarten zu erhalten? Sommerquartiere für die Brut zur Verfügung stellen, Kästen aufhängen, Spalten an Gebäuden nicht versiegeln. Stört menschlicher Lärm die Ansiedlung von Fledermäusen? Geräusche, die von Menschen erzeugt werden, können die Fledermäuse wahrnehmen, stören sie aber nicht bei der Ortung und Jagd ihrer Beute. Wie ist die Sehkraft bei den nachtaktiven Fliegern? Die Fledermäuse können im Nahbereich gut sehen. Dies nutzen sie bei der Aufzucht. Sie reagieren auch auf das Licht einer Taschenlampe.

Die Fledermäuse sehen mit den Ohren und orten ihre Beute (Motte, Fliegen) durch Schall. Sie erzeugen hohe Frequenzen, die häufiger ausgestoßen werden, je näher sie bei der Jagd dem Ziel kommen. Ihre erzeugten Frequenzen bei der Jagd unterscheiden sich von den Signalen, die sie für ihre sozialen Verhaltensweisen ausstoßen. Alfred Schulte, passionierter Ingenieur der Sonartechnik, zeigte seine Mess- und Analysemethoden zur Darstellung der Kommunikationssignale zwischen den Fledermäusen. Gebannt verfolgte das Publikum die hörbar gemachten Signale.

Im zweiten Teil des Abends beschäftigte sich Alfred Schulte mit den anderen Schönen der Nacht, den auf dem Globus am weitesten verbreiteten Eulen, den Schleiereulen. Diese Nachttiere verschlingen ihre Beute in einem Stück. Was nicht verdaut werden kann, wird in Gewöllen wieder ausgesondert. Die Tiere besitzen große Augen, die nach vorne gerichtet sind. Beim Größenvergleich der Augen zum Menschen, würden unsere Augen die Abmessungen eines Apfels haben. Damit erzielen sie eine hohe Lichtausbeute, haben ein gutes räumliches Sehvermögen aber einen eingeschränkten Blickwinkel. Dafür kann der Kopf bis zu 270 Grad gedreht werden.

Ein besonderes Augenmerk muss auf die Flügel der Tiere gelegt werden. Die Oberflächen ihrer Schwingen sind samtartig, die Handschwingen besitzen gezähnte Enden. Im Verhältnis zum Gewicht der Schleiereule sind die Flügelflächen extrem groß ausgebildet. Alle diese Punkte erlauben dieser Schönheit der Nacht einen nahezu geräuschlosen Flug.

Das Hörsystem der Schleiereule, die Ohren, sind vertikal asymmetrisch versetzt angeordnet. Im „Herzgesicht“ der Schleiereule lassen sich die unterschiedlichen Ansätze der „Ohrmuscheln“ gut erkennen. Diese Anordnung der Ohren erlaubt es der Schleiereule, ihre Beute sehr genau zu lokalisieren. Die Genauigkeit beträgt circa ein Grad, welches einer Daumenbreite bei einer Armlänge entspricht.

Die richtungsorientierten und lautstärkeabhängigen Signale werden von unterschiedlichen Nervenzellen verarbeitet. Und es entsteht im Gehirn der Schleiereule eine „Hörkarte“, ein kartografisches Bild. Das Lernen, der Abgleich der Sinne, erfolge in den ersten sieben Lebensmonaten der Nachtflieger, som der Referent.

Die Geräusche, welche von Mäusen erzeugt werden, zum Beispiel raschelnde Blätter oder Stroh, liegen im optimalen Empfangsbereich der Schleiereulen. Die Beute kann auf einer Entfernung von bis zu 70 Metern geortet und gejagt werden. Zu den Gefährdungen der Schleiereule zählen die gleichen Punkte, die für die Fledermäuse gelten. Zusätzlich noch Gifte, die von Menschen zur Beseitigung von Mäusen verwendet werden.

Die Population der Tiere ist direkt abhängig vom Mäusevorkommen. Es können zwei bis drei Gelege in einem Jahr erfolgen. Dabei ist die Anzahl der Eier ebenfalls von dem Nahrungsangebot abhängig. Danach richten sich auch die räumlichen Abstände zwischen Eulenkästen. Solange ausreichend Beute vorhanden ist, kann es zu einer Bewohnung dicht nebeneinander liegender Kästen führen, so der Referent.

Eine ausführliche lebhafte Diskussion mit eigenen Erlebnissen rundete diesen interessant gestalteten Abend ab. Die Besucher bedankten sich mit kräftigem Applaus bei Alfred Schulte vom Nabu Weyhe.


Kreiszeitung vom 19.03.2020

 

Positive Entwicklung beim Nabu-Schleiereulen-Turmfalken-Projekt

Alle Vögel sind schon da – fast

Die Schleiereule hütet ihre weißen flaumigen Jungvögel.

 

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Das Schleiereulen-Turmfalken-Projekt der Nabu-Gruppe Weyhe entwickelt sich prächtig und wirkt sich sehr positiv auf die Population dieser Vogelarten aus. Das berichtet Projektleiter Bernd Daneke.

2016 startete der Nabu mit dem Projekt, als sich herausstellte, dass die Fledermäuse die in den drei Trafos an den Straßen Zur Böttcherei, Böttcherei und Wulfhooper Heide vorbereiteten Schlafplätze nicht angenommen hatten. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Weyhe allerdings schon 13 Schleiereulen- und zwei Turmfalkenkästen, die in den Jahren zuvor aufgehängt worden waren.

2017 wurden vier weitere Schleiereulenkästen angebracht. Zwei Turmfalkenkästen wurden von der Deutschen Bahn als Ausgleichsmaßnahme an der Weser-Flutbrücke aufgehängt. Um den Bruterfolg zu dokumentieren hat die Bahn einen fünfjährigen Monitoring-Vertrag mit dem Nabu Weyhe abgeschlossen.

Der Bruterfolg wurde 2017 erstmals mit Zahlen belegt. Damals brüteten fünf Schleiereulen-Brutpaare 25 Küken aus, und bei den Turmfalken, die auch in Schleiereulenkästen brüteten, zogen vier Brutpaare 15 Küken groß.

Im Jahr darauf gab es laut Daneke einen herben Rückschlag bei den Schleiereulen. „Offenbar fehlte es ihnen in dem trockenen Sommer an Nahrung und so brüteten nur drei Brutpaare neun kleine Schleiereulen aus. Da Turmfalken bei der Nahrungssuche flexibler als Schleiereulen sind, verdoppelte sich die Anzahl der brütenden Falken. Der Erfolg waren 20 Turmfalkenküken“, so Daneke.

Bernd Daneke, Vorsitzender Thomas Brunner und die ehrenamtlichen Projekt-Mitarbeiter waren gespannt auf die Bruterfolge, denn 2019 war ein starkes Mäusejahr. Das bestätigten die Zuchterfolge der Schleiereulen und der Turmfalken. Sieben Schleiereulen-Brutpaare richteten sich in den Kästen ein. Sechs Paare schafften 2019 zwei Bruten, das siebente Paar zog sogar drei Bruten groß. Als die bis in den November dauernde Aufzucht geschafft war, tummelten sich in den Weyher Kästen 59 Schleiereulenküken. Die Anzahl hätte noch größer sein können, wenn es an einem der Trafotürme nicht den Streit zwischen Turmfalken und Schleiereulen gegeben hätte, die beide den gleichen Eulenkasten nutzen wollten. Dieser Streit kostete drei junge Eulenküken das Leben.

Inzwischen haben die Nabu-Mitglieder am gleichen Turm auf der Rückseite einen Falkenkasten angebracht und hoffen, dass die Falken diesen Kasten jetzt dem Eulenkasten vorziehen. Insgesamt zogen zehn Falkenpaare im vorigen Jahr 37 Küken groß.

Gegenwärtig bietet der Nabu Weyhe den Vögeln 25 Schleiereulen- und zehn Turmfalkenkästen an. Interessant ist für die Weyher Vogelfreunde in jedem Jahr, dass diese Nistkästen auch von Ringeltauben, Gartenrotschwänzchen und Wespen genutzt werden. Außerdem gab es 2019 in Weyhe auch Nachwuchs bei den Waldohreulen und den Baumfalken. Die Hoffnung, dass sich auch der Steinkauz wieder in Weyhe ansiedelt, ist nicht unbegründet. Ihm stehen insgesamt sieben Brutröhren zur Verfügung, das Nahrungsangebot sei auch mehr als ausreichend, erklärt Bernd Daneke. Er rechnet damit, dass zumindest die beiden an der Grenze nach Riede aufgestellten Brutröhren vom Steinkauz angenommen werden, weil die durch den Bau der Windkraftanlagen verbrämten Vögel nach Alternativ-Brutmöglichkeiten suchen.

Trotz dieser großen Fortschritte sucht der Nabu Weyhe weiterhin nach Scheunen in ruhiger Lage mit Weideflächen in der Nähe um zu prüfen, ob der Einbau eines Nistkastens vor Ort sinnvoll wäre.

 


Regionale Rundschau vom 19.03.2020

 

Kies für die Hache

Nabu Weyhe verbessert Gewässer Am Neddernfeld

Thomas Brugger vom Nabu Weyhe zeigt anhand eines mit Schülern der Grundschule Sudweyhe gestalteten Modells, wo an der Hache Kies eingebracht wird.

Weyhe-Lahausen. 60 bis 70 Tonnen Kies und Steine werden in die Hache oberhalb des Freibades Am Neddernfeld geschüttet. Dahinter steckt eine feste Absicht: Die festen Partikel sollen die Artenvielfalt in dem Gewässer schützen und anregen. "Die Hache bringt Sandfracht mit. Das ist fast nur Feinsand, der sich auf dem Boden ablegt. Der ist völlig strukturlos", erklärt Thomas Brugger, der Vorsitzende der Weyher Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu).

Die sogenannten autochthonen Steine, heimischer Kies also und Feldsteine aus der Region, sollen dort eingebracht werden, wo die Strömung besonders stark ist. Die Steine sollen bessere Bedingungen für Fische zum Laichen und Versteckmöglichkeiten für Makrozoobenthos schaffen, Kleinstlebewesen, die mit dem bloßen Auge noch erkennbar sind. Das Wasser wird durch die Verwirbelung zusätzlich mit Sauerstoff angereichert. Für das Projekt hat das Land Niedersachsen 4500 Euro zur Verfügung gestellt, 500 Euro zahlt der Nabu dann noch aus eigener Tasche.

Die Verbesserung der Gewässerstruktur ist ein weiterer Schritt zur Aufwertung der Hache. 2017 hatten die Naturschützer einen 200 Meter langen Flussabschnitt renaturiert (wir berichteten). An zwei Stellen war das gerade verlaufende Gewässer mit Überläufen abgekoppelt worden und in beide Richtungen waren neue Flussläufe geschaffen worden. Die orientieren sich an dem Verlauf der Hache, wie er um das Jahr  1860 war, sagt Thomas Brugger. Der neue Flusslauf beträgt 380 Meter. In die vom Fluss abgekoppelten Bereiche sammelt sich nun Regenwasser. Die Bingo-Umweltstiftung hatte die Renaturierung damals unterstützt. 

Die Mitglieder des Nabu hoffen, dass der zweite Teil der Aufwertung bis Ende März umgesetzt wird. Mehr ist vorerst nicht an der Hache geplant. "Ideen gibt es viele, die Frage ist nur, welche Flächen man zur Verfügung hat und ob man Fördergelder kriegt", sagt Brugger.

 


Markt der Möglichkeiten

Auch in diesem Jahr haben wir wieder am Markt der Möglichkeiten im Weyher Rathaus teilgenommen, um interessierten Weyher Bürgern die vielfältigen Möglichkeiten ehrenamtlicher Arbeit beim NABU in Weyhe vorzustellen.

Es ist immer wieder überraschend für viele Interessierte, dass viele unserer Aktivitäten keinerlei Vorkenntnisse bedürfen. Wissen und erworbene Erfahrungen werden in unseren Projektgruppen gerne mit neuen Interessierten geteilt.

Besonderes Interesse gab es in diesem Jahr an den Ton-und-Bild-Aufnahmen von Fledermäusen.


Kreiszeitung vom 07.03.2020

 

Nabu Weyhe erhält Förderung für bessere Struktur der Hache

Mehr Kies!

60 bis 70 Tonnen Kies wurden am Donnerstag in die Hache nähe des Freibades in Weyhe gelegt. Das führe aus Sicht des Nabu-Vorsitzenden Thomas Brugger zu einer besseren Struktur des Gewässers. Foto: heinfried husmann

Sudweyhe – Sie fließt nicht mehr nur geradeaus und ist seit Mittwoch mit Kies gefüllt. Die Hache, die südlich entlang des Weyher Freibades fließt, wurde im Sommer 2017 renaturiert. Lief sie vorher nur geradeaus, fließt das Wasser seitdem in einem Bogen. Vor der Umsetzung hatte der Nabu Weyhe zusammen mit Grundschülern ein Modell kreiert, auf dem der „neue“ Fluss zu sehen ist. Dann folgte die Umsetzung (wir berichteten). Vor der Renaturierung hatte das Stück des Flusses eine Länge von 200 Metern, aktuell ist es 380 Meter lang. Die Bingo-Umweltstiftung unterstützte die Umsetzung mit 18 500 Euro. Doch das Projekt war noch nicht ganz beendet.

Der Nabu-Vorsitzende Thomas Brugger teilt zufrieden mit, dass der Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) dem Nabu 4 500 Euro aus dem Programm „Förderung kleiner Vorhaben Fließgewässer“ bewilligt hat. Anfang des vergangenen Jahres stellte der Nabu den Antrag. Als Anstragsteller muss dieser 500 Euro dazu zahlen. „Wenn der Fluss nur geradeaus fließt, kann es dort keine Artenvielfalt geben, und das Gewässer hat dann keine Struktur mehr“, erklärt Brugger. Die Bodenstruktur des Flussbettes bestehe überwiegend aus angeschwemmtem Sand. „Zu viel Sand führt zu einer Artenarmut.“ Eine neue Kiesstruktur führe aus seiner Sicht zu neuen Arten. Aus diesem Grund hat ein Bagger vor Kurzem 60 bis 70 Tonnen Kies, der aus der Umgebung kommt, in den Fluss gelegt.

Hat der Nabu denn schon wieder neue Pläne? „Zurzeit nicht, aber Ideen gibt es viele“, so Brugger.  lat


Regionale Rundschau vom 06.03.2020

 

Nabu Weyhe bekommt Recht

Kleines Moor wieder unter Wasser

Wieder Wasser im Kleinen Moor. Dafür haben Thomas Brugger, seine Mitstreiter und die Gemeinde Weyhe gesorgt. (Alexandra Penth)

Anderthalb Jahre hat Thomas Brugger dafür gekämpft. Im Januar kam nun die Bestätigung vom Landkreis Diepholz: Das Kleine Moor in unmittelbarer Nähe zum Böttchers Moor in Leeste ist grundwasserabhängig. Was das bedeutet? Die Trinkwasserförderung der Harzwasserwerke könnte sehr wohl Einfluss haben auf den Wassergehalt des Moores. Dass der Landkreis als Untere Wasserbehörde den Weyher Naturschützern Recht gibt, hat vor allem positive Auswirkungen auf die Amphibienwelt. 

Mit zielstrebigen, weiten Schritten geht der Vorsitzende der örtlichen Nabugruppe durch das an die Naturschutzstation angrenzende Waldstück, über Baumstümpfe hinweg und über morastigen Boden. Am versteckten Kleinen Moor hält er und deutet auf die kleine Wasserfläche: „Der Grundwasserspiegel ist um ein bis eineinhalb Meter abgesackt.“ Dass sich überhaupt Wasser in der Mulde befindet, ist keine Selbstverständlichkeit. Seit September 2018 lag das Kleine Moor auf dem Trockenen. Der Nabu hatte im Zuge dessen eine geographische Höhenmessung veranlasst und mithilfe von Grundwasserdaten belegt, dass der Grundwasserspiegel unter die Sohle des Moores gefallen war. Damit sah der Landkreis bestätigt, dass das Gewässer keine dichte Beckensohle hat und sich auch aus Grundwasser speist. Auf die Antwort Ende Januar hin wurden die Gemeinde Weyhe und der Nabu tätig. Vor drei Wochen ist das Kleine Moor per Bagger in einem Bereich um bis zu 50 Zentimeter vertieft worden. Grundwasser und das Regenwasser der vergangenen Wochen sind in das Becken gelaufen. Die Gemeinde war mit Bedacht vorgegangen, sagt Brugger. Man habe erst die Bestätigung des Landkreises abgewartet, weil Konflikte mit den Harzwasserwerken befürchtet wurden. So hätte es gut heißen können, dass die Beckensohle erst durch die Baggerarbeiten beschädigt worden wäre. 

In den 1960er-Jahren noch bildete ein Graben eine Verbindung zwischen Kleinem und Böttchers Moor. Daran erinnert heute ein im Trockenen liegendes Rohr. Der Rückgang des Wassers „fing in den 1970er- und 1980er-Jahren an, als immer mehr Brunnen gebaut wurden“, sagt Brugger. 19 sind es in Weyhe und Umgebung. Nicht einmal einen Kilometer entfernt liegen die Brunnen HFB3 und Nummer 11.

Brugger geht die einstige Verbindung der Moore entlang und auf das Böttchers Moor zu. Gut 20 Meter vor dem Wasser bleibt er demonstrativ stehen. „Hier würde ich normalerweise im Wasser stehen.“ Die trockenen Sommer haben deutlich ihre Spuren hinterlassen. Brugger will aber auf etwas anderes hinaus und deutet auf die mit Schilf bewachsenen Ränder. Der zum Kleinen Moor zeigende Teil steht weitestgehend im Trockenen, genau wie die dortige Uferböschung, die Tieren Schutz bietet. „Der Fischreiher hat hier ein leichtes Spiel“, sagt Brugger. Und da lauert im Wasser noch ein weiteres Problem: ein ausgesetzter Sonnenbarsch. Der stammt ursprünglich aus Nordamerika und verdrängt andere Arten. „Der ist zur Massenplage geworden und schädlich für die Brut“, sagt Brugger. 

Die Widrigkeiten haben derzeit große Auswirkungen. Denn eigentlich ist das Kleine Moor Hauptlaichgewässer für Amphibien in Weyhe. Mitglieder des Nabu hatten zuletzt bis zu 3800 Amphibien am Kleinen Moor eingesammelt und sie ins größere Böttchers Moor umgesiedelt, darunter Erdkröten, Teichmolche und Frösche. Da sich die Tiere aber in etwa 14 Tagen auf den Weg zum Kleinen Moor machen, sind sie aufgrund der vielen freien und ungeschützten Fläche leichte Beute für andere. Zumindest aber bietet das Kleine Moor nun wieder einen Lebensraum für sie.

Mit der Beurteilung des Landkreises könnte laut Brugger nun eine Kompensationspflicht für die Harzwasserwerke einhergehen. Denkbar wäre zum Beispiel, Tonpellets im Kleinen Moor zu verteilen, die sich als Tonschicht über den Boden legen, sodass kein Wasser mehr nach unten entweichen kann. Das würde wohl frühestens im Herbst oder Winter geschehen. Laut Martin Kleingünther von der Unteren Wasserbehörde heißt das Urteil „nicht automatisch, dass die Harzwasserwerke zur Verantwortung gezogen werden“. Das sei im Zusammenhang mit dem Beweissicherungsverfahren zu sehen, das der niedersächsische Wasserversorger führen muss. Zu dem hat er sich verpflichtet, nachdem er 2010 die Wasserfördermenge von 16 Millionen Kubikmeter pro Jahr auf 20 erhöhen wollte. Werden also Auswirkungen auf die Natur berechnet, dann auf Grundlage der vier Millionen Kubikmeter Differenz. Außerdem müsse der klimatische Einfluss berücksichtigt werden, so Kleingünther.

Thomas Brugger sieht es insgesamt kritisch, dass potenziell immer mehr Wasser gefördert wurde, die klimatischen Veränderungen aber nicht genügend berücksichtigt wurden. „In den 1960er-Jahren hatten wir hier etwa 700 Liter pro Quadratmeter Niederschlag pro Jahr. Die Werte lagen im vorletzten Jahr bei 300“, erklärt der Naturschützer, der findet: „Es gibt so etwas wie einen Krieg um Wasser.“ Der Nabu-Vorsitzende überlegt, ein Gutachten über den gesamten Einfluss der Wasserförderung auf das Böttchers Moor erstellen zu lassen. Ihm gehe es nicht um Schuldzuweisungen. Brugger: „Mich interessiert nicht, wer Schuld ist, mich interessiert, wie ich diese Moore retten kann.“


Kreiszeitung vom 06.03.2020

 

Landkreis bestätigt dem Nabu Weyhe, dass Feuchtgebiete unter Trinkwassergewinnung leiden

Sorge um die Moore

Im Kleinen Moor in Leeste sinkt das Grundwasser. Nabu-Vorsitzender Thomas Brugger sorgt sich um die dort lebenden Amphibien. Foto: heinfried husmann

Leeste – „Das Kleine Moor ist hier das Hauptlaichgewässer für Amphibien“, sagt der Nabu-Vorsitzende Thomas Brugger. Doch seit September 2018 ist das Moor trocken gefallen. Der Grund dafür? Die Trinkwassergewinnung. Aus seiner Sicht seien die Harzwasserwerke dafür verantwortlich. Insgesamt 19 Trinkwasserbrunnen befinden sich in Weyhe, Fahrenhorst, Barrien und Ristedt, erklärt er. Die ersten Brunnen existieren bereits seit den 60er-Jahren, danach wurden weitere errichtet. Das Abschöpfen des Wassers führe dazu, dass sich der Grundwasserspiegel zwischen einem Meter und 1,50 Meter abgesenkt habe, so Brugger. Aktuell liege die Fördermenge des Unternehmens bei 18 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich.

Doch ein Lichtblick am Himmel: Der Landkreis bestätigte dem Naturschutzbund Anfang des Jahres, dass durch die Trinkwassergewinnung der Grundwasserspiegel gesunken ist. „Es ist toll, nach anderthalb Jahren, endlich die Bestätigung erhalten zu haben.“ Damit sind die Harzwasserwerke nun dazu verpflichtet, etwas an der Situation zu ändern. „Wenn die Trinkgewinnung zu einer Austrocknung oder zu extremen Schäden führt, dann sind die Harzwasser kompensationspflichtig“, erklärt Brugger. Das bedeutet, dass die Harzwasserwerke dafür Sorge tragen müssten, dass sich wieder mehr Wasser in den Mooren befindet.

Doch es gibt ein weiteres Problem: Der Niederschlag, der auf sich warten lässt. „Grundwasser bildet sich aus Niederschlag und ohne den gibt es auch kein Grundwasser“, bringt Brugger seine Sorge zum Ausdruck. Vorher sei die Rechnung aufgegangen, doch die Klimaveränderung trage ebenso ihren Teil dazu bei. „Wir hatten schon lange die Vermutung, dass das Kleine Moor grundwasserabhängig ist.“ Nach einer geografischen Höhenmessung konnte der Nabu belegen, dass in der Zeit, in der das Moor ausgetrocknet war, der Grundwasserspiegel unter den Grund des Moores gesunken sei.

Welche Auswirkungen hat das für die Tiere? „Ich habe Angst, dass die Amphibienpopulation einbricht, die es im Kleinen Moor gibt“, erzählt Brugger. Die Tiere könnten auch nicht ins Böttchers Moor quartiert werden, weil sich dort der Sonnenbarsch verbreitet hat, der schädlich für die Brut sei. Irgendjemand habe die Tiere dort ausgesetzt.

Der Nabu-Vorsitzende betont: „Ich will nicht nach dem Schuldigen suchen, ich will einfach die Moore retten.“

„In den 60er-Jahren floss das Wasser vom Kleinen Moor noch in das Böttchers Moor.“ Von einer Verbindung zwischen den beiden Biotopen ist jetzt nichts mehr von zu sehen. Äste und Blätter liegen nun dort auf dem Boden des Waldstückes, wo damals das Wasser floss. „Es geht rapide abwärts. Die Trinkwassergewinnung hat sich nicht verändert. Aber die Harzwasserwerke haben nicht auf dem Zettel gehabt, dass es weniger regnen könne“, so Brugger.

„Natürlich wollen sie die Moore nicht absichtlich zerstören.“ Aber die Trinkwassergewinnung müsse sich seiner Meinung nach um die Hälfte reduzieren. Sein Vorschlag: „Eine Möglichkeit wäre es, das Wasser aus größeren Flüssen zu gewinnen.“

Nach der Bestätigung des Landkreises ist die Gemeinde selbst aktiv geworden. Mit Baggern wurde das Moor vertieft, sodass der Wasserstand aktuell wieder etwas höher liegt und so den Amphibien weiterhin einen Lebensraum ermöglicht. Aber aus seiner Sicht müsse sich etwas ändern, damit die Moore erhalten bleiben.

Der Nabu-Vorsitzende überlegt, sich ein hydrologisches Gutachten erstellen zu lassen. „Ich würde gerne wissen, wie dicht das Moor ist.“


Kreiszeitung vom 04.03.2020

 

Nabu baut neue Nistkästen / Weitere Stellplätze gesucht

Wohnungen für gefiederte Gäste

In drei Gruppen fügen die Nabu-Mitglieder Wilfried Brasch (v.l.), Hans Wenninga, Daniel Wenninga, Holger Bokelmann, Peter Baranowski, Sigi Renz, Hubert Sturm und Oliver Lange vorgefertigte Bauteile zu Schleiereulenkästen (links), Steinkauzröhren (rechts) und Turmfalkenkästen zusammen. Foto: heiner büntemeyer

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum hat sich für die Schleiereulen, Turmfalken und Steinkäuze in Weyhe vorerst erledigt. Den jetzt entstanden in einem Schuppen vor der Nabu-Station an der Böttcherei weitere Wohnquartiere für diese Vogelarten.

Im Baumarkt Koch Kirchweyhe hatten Mitarbeiter die gesponserten wetterfesten Sperrholzplatten auf die vom Nabu ermittelten Baumaße zugesägt. In gemeinsamer Arbeit wurden diese Teile zusammengefügt.

Am größten waren die Schleiereulen-Kästen, und Diskussionen gab es bei den Steinkauz-Röhren: Sollten diese Röhren einen Marderschutz erhalten oder nicht? Einige Röhrenbauer vermuteten, dass der durch den Marderschutz verengte Durchgang vermutlich auch die Steinkäuze aussperren könnte.

Dabei würde man sich beim Weyher Nabu doch so sehr darüber freuen, wenn sich endlich mal ein Steinkauz-Brutpaar auf Weyher Gebiet verirren würde. „Im benachbarten Bereich um Morsum leben gegenwärtig rund 20 Brutpaare. Es wäre schön, wenn wir von der dortigen Population welche nach Weyhe abziehen könnten“, berichtete Hubert Sturm. Eigentlich seien Steinkäuze, was den Nistkasten betrifft, eher anspruchslos. Sie legen ihre Eier auf den nackten Boden und schaffen sich aus eigenem Gewölle eine kleine Schwelle, hinter der sie die Eier legen. Allerdings kommen ihnen die Weyher Gastgeber sogar ein wenig entgegen, indem sie den Bruthöhlenboden mit etwa Holzhäcksel ausstatten.

Am einfachsten zu bauen sind die Turmfalkenkästen. Sie brauchen nur vier Wände, wünschen sich aber Sitzstangen vor ihrem Einflugloch.

Demnächst werden die neuen Kästen im Gelände verteilt. Mindestens drei Meter über dem Boden, möglichst noch höher, sollten sie angebracht werden. Für die Steinkauz-Höhlen eignen sich am besten Bäume mit waagrecht gewachsenen Ästen, die aber ziemlich selten sind. Das erfordert körperlich anstrengende Arbeit von den Mitgliedern, denn die Kästen sind schwer und unhandlich. Schwindelfrei sollten die Monteure auch noch sein, denn die Anbringung erfolgt aus den Frontladern von Traktoren heraus.

Anfragen nach Schleiereulen- und Turmfalkenkästen liegen dem Nabu von interessierten Landwirten vor. Allerdings werden immer noch weitere Nistmöglichkeiten gesucht. Am besten eignen sich dafür Scheunen und Schuppen, die an größere Grasflächen grenzen. Hier sorgen die Vögel dann dafür, dass sich die Anzahl der Mäuse wieder auf ein normales Maß verringert.

Mit den neu gebauten Nistkästen, die auch noch ein regenfestes Dach und eine Lasur gegen Feuchtigkeit erhalten, verfügt der Nabu Weyhe nach Angaben des stellvertretenden Vorsitzenden Bernd Daneke über mehr als 27 Schleiereulen-, 18 Turmfalkenkästen und zwölf Steinkauzröhren.


Regionale Rundschau vom 26.02.2020

 

Deutlich mehr Schleiereulen in Weyhe

Guter Fang für Vögel im Mäusejahr

Ein seltener Anblick: Ein Schleiereulenpärchen hat sich im Nistkasten in Melchiorshausen niedergelassen. (Fotos: Michael Braunschädel)

Weyhe. Aus neun wurden 59 – Schleiereulen-Küken nämlich. Im vergangenen Jahr hat es gegenüber 2018 reichlich Mäuse gegeben. Viel Futter sorgte damit für viel Nachwuchs und das nicht nur bei den Eulen. Auch die Falken in der Gemeinde Weyhe haben profitiert. Von der fruchtbaren Entwicklung berichtet die Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu), die mit dem Bau von Brutkästen offenbar einen eigenen Beitrag zur Sache geleistet hat.

Die runden Gewölle-Bällchen vor der Tür des Trafoturms an der Straße Böttcherei in Melchiorshausen sind ein klarer Hinweis: In dem schlanken Gebäude brüten Schleiereulen. Der gefiederte Nachwuchs hat sich nun wieder niedergelassen. Die Großen füttern dort die Kleinen mit ganzen Mäusen, wie Bernd Daneke, zweiter Vorsitzender des Weyher Nabu, erklärt. Was an Fell und Knochen übrig bleibt, würgt die Brut wieder hoch – daher die Bällchen. Auch im Nistkasten der Tiere im zweiten Obergeschoss sind die Spuren haufenweise zu sehen – neben einem Schleiereulenpärchen. Und dieser Anblick ist auch für Daneke an diesem Nachmittag ein seltener.

Insgesamt treten die Tiere, die die Mitglieder des Vereins regulär nur in der Dämmerung aufsuchen, neuerdings gehäuft auf, massiv sogar. 2018 konnte die Weyher Gruppe drei Paare mit drei Bruten und neun Küken ausmachen. Im Jahr darauf hatte sich die Zahl mit 59 Küken mehr als versechsfacht. Von den sieben Schleiereulenpaaren haben sechs zwei Mal gebrütet, eines sogar drei Mal. Noch im November hätten sie ihren Nachwuchs gefüttert. „Das war schon erstaunlich“, sagt Daneke mit großer Erfüllung. „Die Schleiereulen richten sich bei der Brut nach Vorkommen von Mäusen“, erklärt er. Sind die zu wenige, lassen die Tiere mit dem herzförmigen Gesicht und den schwarzen Augen die Brut aus. 2018 war mäusearm, 2019 dagegen ganz klar ein Mäusejahr, das in der Regel mit Seuchen oder einem strengen Winter ende.

Der Weyher Nabu hofft, dass sich die Zahlen entsprechend weiter entwickeln werden, denn der Verein hat nachgeholfen, indem er Nistkästen aufgehängt hat.

Und es sollen noch mehr Kästen werden. Vier weitere für Eulen und sechs weitere für Falken wollen die Mitglieder in den kommenden Wochen bauen und platzieren. Noch dazu haben sie Landwirte kontaktiert und dort festgestellt: Das Interesse ist groß. Denn die Mäuse fressen die Wiesen kaputt. Die Agrarier profitieren also ebenfalls von einer höheren Zahl der natürlichen Feinde der kleinen Nager – nicht nur Schleiereulen übrigens, sondern eben auch Falken. Und die konkurrieren mitunter bei der Suche nach passenden Nistplätzen, so auch im Trafoturm an der Böttcherei. „Grundsätzlich steht es um ihn auch nicht gut“, sagt Daneke über den Falken. Der aber sei zumindest flexibler, was die Nestwahl angehe. Der brüte zur Not auch in Rabennestern. Eulen dagegen hätten andere Ansprüche, Ruhe und Dunkelheit zum Beispiel.

Auch Kauzkästen geplant

Bei den Turmfalken konnte der Nabu im vergangenen Jahr 16 Küken in Kästen (vier Brutpaare) sowie 21 Küken von sechs Brutpaaren in Gebäuden und in Nestern auf Bäumen zählen. Für Eule und Falke gibt es aktuell 25 Schleiereulenkästen und zehn Turmfalkenkästen. Weitere fünf für Steinkauze stehen noch auf dem Vorhaben-Plan des Vereins – Marke Eigenbau. Die Kauzkästen sollen entlang der Grenze zu Riede in Bäumen aufgehangen werden. Dort gebe es das Tier, sagt Daneke, „bei uns aber wahrscheinlich noch nicht“. Für das Eulen- und Falkenprojekt des Nabu war das abgelaufene Jahr die dritte Brutsaison.

 


Kreiszeitung vom 18.02.2020

 

Kopfweidenschnitt-Aktion

Nabu Weyhe: Bäume bekommen neue Frisur

© Büntemeyer

Nabu-Projekt: Leon Stegman (v.l.), Siggi Renz, Bernd Daneke und Fabienne Karwin verpassten den Kopfweiden im Biotop wieder einen neuen „Haarschnitt“. Während Siggi Renz die Aktion mit einer Astschere begleitet, hält Fabienne Karwin die neue Akku-Säge in Händen, die Carsten Eichhorn als Spende der Kreissparkasse mitgebracht hat.

Weyhe - Dank einer Spende der Kreissparkasse konnte der Nabu Weyhe seinen „Maschinenpark“ um Akku-Kettensäge, Akkus und Ersatzteile erweitern. Jetzt sind diese Geräte beim Kopfweidenschnitt in den Osterbruchwiesen zum Einsatz gekommen. Trotz dieser Geräte blieb es eine kräftezehrende Arbeit, denn auf dem etwa 8 000 Quadratmeter großen Gelände warteten 70 Weiden auf den „Friseur“.

Eigentlich seien die Kopfweidenschnitte nur alle fünf bis acht Jahre erforderlich, erklärte der stellvertretende Nabu-Vorsitzende Bernd Daneke. Das sei allerdings arbeitstechnisch von den Mitgliedern nicht zu leisten, weil dann mehr als armdicke Äste abgesägt und vor Ort durch einen kräftigen Häcksler geschreddert werden müssten. „Mit diesem schweren Gerät kommen wir bei den jetzt herrschenden Witterungsverhältnissen nicht mehr an das Biotop heran,“ erklärt Daneke. Das sei in der Vergangenheit bei Frostwetter kein Problem gewesen, das Schnittgut sei dann in die nicht weit entfernten Büffelwiesen gebracht worden.

Jetzt bleibe das Schnittgut im Biotop liegen und verrotte vor Ort. Aber armdicke Äste würden sich nicht dazu eignen, und deshalb werde jetzt häufiger gesägt, um dünnere Zweige zu „ernten“.

Das Ergebnis zeige sich auch an den Kopfweiden. Früher seien tellergroße Schnittflächen entstanden, in die dann Wasser eindrang. „Dadurch wurde das Holz morsch, es entstanden Höhlen, die bei Tieren als Unterschlupf und Nistplatz beliebt waren“, sagt Daneke und ergänzt: „Im vorigen Jahr haben wir sogar eine Schleiereule in so einer Höhle entdeckt.“ Die nun erheblich kleineren Schnittstellen würden zwar auch faulen, aber die Höhlen seien wesentlich kleiner. Doch sie böten jetzt kleineren Tieren Unterschlupf, oft entstünden aus eng nebeneinander liegenden kleinen Schnittstellen später auch größere Höhlen.

Aber die Arbeit mit der Kettensäge ist anstrengend. Auch Fabienne Karwin und Leon Stegmann, die als „Bufdis“ in der Gemeinde tätig sind, haben sich freiwillig zum Mithelfen entschlossen. Ihnen mache die Arbeit auch Spaß, obgleich sie für den nächsten Tag mit Muskelkater rechnen. Bernd Daneke ist froh darüber, dass auch im Nabu Weyhe Mitglieder bereit seien, sich an diesen Aktionen zu beteiligen. Insgesamt hat der Ortsverein rund 850 Mitglieder, aber auch die Liste der Projekte, die betreut und oft auch ganz neu angeschoben werden, sei lang: Die Wasserbüffel müssen betreut, die Schafe gefüttert und die Streuobstwiesen gepflegt werden. Es gibt eine Gruppe, die sich die Umrüstung ehemaliger Bunker in Fledermausquartiere zur Aufgabe gemacht hat. Andere betreuen die Schleiereulen-, Falken- und Schwalbennester. Im Frühjahr wird entlang der Straßen beim Einsammeln der Kröten an den Krötenfangzäunen aktiver Amphibienschutz betrieben. In der Grundschule Leeste werden Schulprojekte unterstützt, „und die Störche sind auch schon wieder da“, erklärt Daneke.

Außerdem wird Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um auf die Notwendigkeit der Projekte aufmerksam zu machen und weitere Bürger zum Mitmachen anzuregen. Was Bernd Daneke besonders freut: Die Beteiligung am Monatstreffen an jedem dritten Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr im Dr. Dietrich-Schütte-Haus, Böttcherei 115, sei kräftig gestiegen und es würden auch immer mehr jüngere Leute zu diesen Treffen kommen.


Regionale Rundschau vom 16.01.2020

 

Erträge aus Gewinnsparen

14 Weyher Vereine bekommen 9100 Euro

Weyhe-Kirchweyhe. Aus dem Topf der Reinerträge hat die Volksbank Syke 14 Vereine aus Weyhe begünstigt. Das VR-Gewinnsparen ist eine Kombination aus Gewinnen, Sparen und Helfen, teilt die Volksbank Syke mit.

Für Teilnehmer gibt es monatlich Geldpreise zwischen vier und 5000 Euro sowie Sachpreise und Gewinne aus Sonderverlosungen. Zu den Gewinn- und Sparsummen fallen Reinerträge an, teilt die Volksbank mit. Vereine der Region haben die Möglichkeit, über die Filialen der Volksbank (in Bassum, Stuhr, Syke, Weyhe und Riede) einen Antrag auf Zuwendung zu stellen. Von den Reinerträgen in 2019 – mehr als 70 000 Euro – profitieren 65 Vereine im Nordkreis des Landkreises Diepholz. Für das Frühjahr kündigt die Volksbank die Übergabe eines Caddy (Wert 24 000 Euro) an, erstmalig auch eines Kinderbusses für einen Kindergarten aus der Region (Wert 5000 Euro).

Folgende Weyher Vereine und Institutionen haben Spenden in Höhe von 9100 Euro bekommen: Jagdhorncorps Weyhe/Stuhr (600 Euro für Notenmaterial und einheitliche Bekleidung für Auftritte), Weyher Kinderkiste (800 Euro für Spielgeräte für das Außengelände), Naturschutzbund Weyhe (600 Euro für digitale Mikroskope für Grundschul-Projekttage), Förderverein der Paul-Maar-Grundschule Sudweyhe (800 Euro für Schutzhütte für das „grüne Klassenzimmer“), Lebenshilfe Syke/Wohnheim Weyhe (600 Euro für einen Austauschakku für ein Therapiefahrrad), Jugendförderverein Weyhe-Stuhr (600 Euro für Netze und Ringe für Ringtennis), TSV Weyhe Lahausen/Mädchenfußball (600 Euro für Trainingsshirts), Schützenverein Melchiorshausen (700 Euro für eine neue Schießanlage), Reitverein Sudweyhe (600 Euro für einen abschließbaren Geräteschuppen), Deutsche Lebensrettungsgesellschaft  Weyhe (500 Euro für ein Spineboard), TuS Sudweyhe (500 Euro für weitere Fußball-, Korbball- und Gymnastikbälle), Tischtennisverein Erichshof (600 Euro für weitere Tischtennistische), Förderverein der Hundertwassergrundschule Leeste (800 Euro für weitere Aulaausstattung), Seniorenzentrum Weyhe Alte Wache (800 Euro für Pavillions und Bierzeltgarnituren).