Regionale Rundschau vom 18.01.2022

Nabu-Aktion auch in Weyhe

Ella, Valea und Sven Klopotek aus Weyhe zählen Wintergäste in ihrem Garten

Weyhe. Die achtjährige Ella, die sechsjährige Valea und ihr Vater Sven Klopotek aus Weyhe haben das Wochenende genutzt, um an der bundesweiten Aktion „Stunde der Wintervögel“ teilzunehmen. Zu dieser ruft jährlich der Naturschutzbund (Nabu) auf. Nachdem sie bereits an Vortagen geübt hatten, wurden nach dem Frühstück eine Stunde lang die Vögel im Garten gezählt.

Mit Ferngläsern, einem Bestimmungsblatt des Nabu und einer Strichliste ausgestattet, beobachtete die Familie aus dem Wohnzimmerfenster die Vögel und zählte sie. Dabei wurde jeweils die höchste Anzahl einer Art notiert, die gleichzeitig gezählt worden ist. Mit der Zählhilfe des Nabu war die Bestimmung der Vogelarten kinderleicht, teilt Bernd Daneke mit, der Vorsitzende des Weyher Nabu.

Ella vermisste als Schriftführerin ausgerechnet am Morgen der Aufzeichnung das Rotkelchen, den Vogel des Jahres 2021. Den findet sie nämlich auch am schönsten. Dafür konnten die Klopoteks aber einen Buchfinken, kein täglicher Gast in ihrem Garten, im gegenüberliegenden Baumwipfel entdecken, berichtet Daneke weiter.

Nach einer Stunde übertrug die Familie die beobachteten Vögel von der Strichliste in das Formular des Nabu. Laut Bernd Daneke freuen sich die Klopoteks schon auf die nächste derartige Aktion des Nabu mit der Stunde der Gartenvögel, die im Mai stattfinden wird. Dann soll die entsprechende App zur Eingabe der Daten genutzt werden.


Pressemitteilung NABU vom 14.01.2022

 

Stunde der Wintervögel
 
Die Familie Klopotek sind Mitglieder des NABU Weyhe. Ella (8) und Valea (6) und ihr Vater Sven haben den Samstagvormittag genutzt, um an der bundesweiten wissenschaftlichen Aktion "Stunde der Wintervögel" teilzunehmen.
 
Nachdem sie bereits an Vortagen geübt hatten, wurden nach dem Frühstück eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten gezählt. Mit Ferngläsern, einem Bestimmungsblatt des Nabu und einer Strichliste ausgestattet wurden aus dem Wohnzimmerfenster die Vögel beobachtet und gezählt. Dabei wurde jeweils die höchste Anzahl einer Art notiert, die sie gleichzeitg gezählt haben.
 
Mit der Zählhilfe des Nabu war die Bestimmung der Vögel kinderleicht, so dass auch die Töchter von Sven Klopotek, einem neuen Beiratsmitglied des NABU Weyhe, keine Probleme hatten die Arten festzustellen.
 
Ella ist in diesem Jahr die Schriftführerin und vermisste ausgerechnet an diesem Morgen das Rotkelchen, den Vogel des Jahres 2021, denn den findet sie am schönsten! Dafür konnten Sie einen Buchfinken, kein täglicher Gast in ihrem Garten, im gegenüberliegenden Baumwipfel endecken.
 
Nach einer Stunde wurden die beobachteten Vögel von der Strichliste in das Nabu Formular übertragen, was den Kindern auch viel Spaß gemacht hat, wie die ganze Aktion inkl. der Vorbereitungsbeobachtungen. Sie freuen sich schon auf die nächste derartige Aktion des NABU mit der Stunde der Gartenvögel, die im Mai stattfinden wird. Dann soll die NABU App zur Eingabe der Daten genutzt werden.

Fotos: NABU Weyhe


Regionale Rundschau vom 03.01.2022

 

Neues Heim im Anflug

Nachdem die Weyher Nabu-Gruppe schon vor geraumer Zeit einen Fledermauskasten auf dem Hof Wiertzema-Meyer montiert hatte, folgen nun die nächsten Domizile. Drei neue Kästen wurden nun auf dem Areal angebracht.

Weyhe-Kirchweyhe. Weiteres Heim für Fledermäuse: Nachdem die Weyher Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) schon vor geraumer Zeit einen Fledermauskasten auf dem Hof Wiertzema-Meyer am Ortsrand von Kirchweyhe montiert hatte, folgen nun die nächsten Domizile für die Tiere. Drei neue Ganzjahreskästen wurden nun auf dem Areal angebracht. Der Innenraum der neuen Wohnblocks für Hautflügler sieht zugegebenermaßen etwas beengt aus, aber: "Die Fledermäuse mögen es kuschelig", sagt Alfred Schulte in Anbetracht eines Kastens vor der Montage.

Den Hof Wiertzema-Meyer haben sich die Naturschützer deshalb als Standort für die Kästen auserkoren, weil der Bereich um die Kirche ein regelrechter Fledermaus-Hotspot ist. "Wir wollten etwas für die Fledermäuse tun", so Bernd Daneke, Erster Vorsitzender der Weyher Ortsgruppe des Nabu. Westlich der Bahnlinie haben es die Tiere etwas komfortabler: Hier haben die Engagierten Weltkriegsbunker zu Winterquartieren umgerüstet, wo die Fledermäuse die kalte Jahreszeit überstehen könnten. Die Anlagen dienten nach dem Krieg als Lagerstätten und zur Lebensmittelkühlung, ehe das "Zeitalter der Gefrierschränke" hereinbrach, so Daneke. Der Nabu habe die Chance ergriffen, die Bunker fledermausgerecht einzurichten.

Auf der anderen Seite der Schienen sah es jedoch eher mau aus mit möglichen Ruheplätzen. Denn die Nachfrage ist da: Alfred Schulte, Nabu-Vorstandsmitglied, hat sich Anfang dieses Jahres mit einem Sonar auf die Lauer gelegt und die Geräusche der Tiere im Bereich der Kirche aufgenommen (wir berichteten). Im kommenden Jahr möchte er dann versuchen, die Fledermäuse auch im Bild einzufangen, aber: "Die Akustik ist für die Artenbestimmung ausreichend", versichert Schulte. Ein gutes Dutzend verschiedener Arten von Fledermäusen residiert im Bereich um die Felicianuskirche, hat der Rentner herausgefunden.

Insgesamt gebe es in Deutschland 24 Arten von Fledermäusen, 18 bis 20 davon seien auch im Norden heimisch. Etwa die Rauhautfledermaus, ein bemerkenswertes Exemplar: Nach der Paarung speichern die Weibchen den Samen bis ins Frühjahr und leiten dann eigenständig die Befruchtung ein, damit ihre Jungen zu wärmeren Zeiten zur Welt kommen. Dass den Tieren während des Winters nichts passiert, dafür könne der Mensch mit solchen Kästen helfen.

Dabei sei es auch ratsam, mehrere Kästen aufzuhängen, da die Tiere ihr Winterquartier mitunter wechseln, etwa wenn es an einer Stelle zu kalt wird. "Wir wollten eine Auswahl bieten. Je mehr hängen, desto besser", konstatiert Daneke. Dass der Mensch überhaupt eingreifen muss, liege auch am Fortschritt der Bauweise. Durch die fortgeschrittene Technik bei der Hausdämmung werden Unterschlupfe für die Tiere wie Dachvorsprünge und Ritzen immer weniger – der Mensch möchte es eben warm haben in seinem Haus. Die Fledermaus allerdings auch, deshalb lassen sich die Quartiere auch bei einem Neubau integrieren, wirbt Schulte. Zudem sei es relativ egal, wo die Kästen, in denen 20 bis 40 Fledermäuse Platz finden können, aufgehängt werden, nur "in die prallste Sonne würde ich sie nicht hängen", so Schulte.

Die Kästen kosten je Stück rund 200 Euro und wurden mit Unterstützung der Kreissparkasse Syke erworben, die das Projekt zum wiederholten Mal unterstützt und 500 Euro zuschießt. "Wir halten das für unterstützenswert, weil es dem Artenschutz dient", so Dennis Landt von der Kreissparkasse.