Regionale Rundschau vom 26.06.2022

Projekttag beim Nabu Mit allen Sinnen in die Natur

25 Kinder der Leester Grundschule haben kürzlich bei einem Projekttag die Naturschutzstation des Nabu am Böttchers Moor besucht.

 

 

Weyhe. 25 Kinder der Klasse 1b der Leester Hundertwasser-Grundschule haben kürzlich die Naturschutzstation des Weyher Ablegers des Naturschutzbundes (Nabu) zu einem Projekttag besucht. Hautnah konnten die Kinder erleben, wo und wie Schafe leben und welche Lebwesen sich im Wasser angesiedelt haben.

Gegliedert war der Tag in die Themenbereiche Wasser, Schafhaltung auf einer Streuobstwiese und Wald. Einen Favoriten unter den drei Stationen hätten die Kinder dabei nicht gehabt, sagte Klassenlehrerin Kathrin Wolf: "Jede Station hat ihren Reiz." Vielmehr hätten es alle genossen, im Böttchers Moor zu käschern, um ein Aquarium zu füllen, die Schafe zu streicheln oder bei einem Spaziergang Wissenswertes über den Lebensraum Wald zu erfahren.

Der Fokus lag darauf, dass die Schulkinder mit eigenen Händen anpacken und die Dinge selbst erfahren könnten. Es sei "das Schönste", die Schülerinnen und Schüler dabei zu erleben, wie sie die Natur entdecken und etwa Grashüpfer auf der Streuobstwiese in Augenschein nehmen, sagt Ulrike Buck vom Nabu. "Sie lernen mit allen Sinnen", fügte Kathrin Wolf an.

Die Kinder wurden morgens von ihren Eltern direkt ans Böttchers Moor gebracht und bestritten den Rückweg zur Hundertwasser-Grundschule zu Fuß. "Wir als Schule sind froh, einen solchen Ort in der Nähe zu haben", freute sich Wolf. Die Zusammenarbeit des Nabu mit der Leester Grundschule besteht schon seit fünf Jahren. Der Projekttag dauert dreieinhalb Stunden und wird von allen ersten Klassen der Schule absolviert. 

Der Nabu sucht gegenwärtig ehrenamtliche Helfer, so Ulrike Buck. Wer Interesse hat, sich für den Naturschutz zu engagieren, kann sich beim Nabu telefonisch oder per E-Mail melden. Die Kontaktdaten finden sich im Internet unter nabu-weyhe.de/kontakte.

 


Wiesenvogelschutz auf dem Maisacker – für den Kiebitz

Von älteren Weyher*innen hört man oft, dass die Wiesen in Weyhe, insbesondere in der Leester Marsch, zu ihrer Kindheit voller Kiebitze, Feldlerchen und anderer Vögel waren. Sogar der große Brachvogel und Uferschnepfen waren Brutvögel. Dies ist – leider – längst Geschichte!

Die Kiebitz-Bestände sind seit 1980 um 93 Prozent zurückgegangen. Damit ist der Kiebitz die Vogelart, deren Bestandszahlen in den letzten 30 Jahren in Deutschland am stärksten gesunken ist!

Nur noch wenige Kiebitz-Paare versuchen jedes Jahr in Weyhe Nachwuchs groß zu ziehen.

Um das lokale Aussterben des Kiebitzes als Brutvogel zu verhindern, haben sich ein paar Aktive der Weyher NABU Ortsgruppe mit einigen Landwirten zusammengetan, um die Gelege zu schützen. Weitere Vereinbarungen stehen noch aus, denn auch in der Kirch- und Sudweyher Marsch deutet das Kiebitz-Verhalten auf Brutverdacht hin.

Als Wiesenvogel ist der Kiebitz eine Art, die in den letzten 40 Jahren erhebliche Veränderungen erleben mussten:

  • Viele (oft feuchte) Wiesen wurden zu Äckern, somit verschwanden deren genutzte Lebensräume.
  • Kühe auf der Wiese sind in Weyhe zur Seltenheit geworden, somit sind auch Insekten, Larven und Würmer, die beim Kiebitz auf dem Speiseplan stehen, schwerer zu finden.
  • Noch vorhandene Wiesen werden heute viel früher und häufiger gemäht, was oftmals einen Verlust des Geleges bedeutet.

Diese Veränderungen sind neben den Beutegreifern, wie den Rotfuchs, nur ein Teil der Gründe, warum der Kiebitz-Bestand immer weiter zurückgeht, denn wenn sie bei uns brüten, sind die Gelege oftmals auf Flächen, die eine besonders große Gefahr darstellen. Da die Pflanzen auf den Getreideflächen oft schon zu groß sind, werden heute Maisäcker bevorzugt genutzt, denn die kleinen Pflänzchen bieten zu der Zeit noch reichlich Freifläche. Leider führt die Bearbeitung dieser Flächen oftmals zur Zerstörung der Gelege oder zum Tod der Küken.

Vom Traktor aus sind die gut getarnten Nester und Gelege nicht zu erkennen, und schon gar nicht bei der Geschwindigkeit über die gesamte Bearbeitungsbreite der heutigen Maschinen.

Die NABU-Aktiven haben erste Felder abgesucht und die Nester mit Stangen markiert, damit in diesen Bereichen keine Bearbeitung erfolgt, bis die Jungvögel die Nester verlassen haben und fliehen können. Für die Zusammenarbeit mit den Landwirten möchten wir uns auf diesem Weg nochmals bedanken.

 

Auf dem Foto von Jonas Jäschke sehen Sie Sven Klopotek, ein paar Stangen zur Nestmarkierung im Hintergrund, jeweils vor und hinter einem Nest sowie ein getarntes Nest im Vordergrund.


Die BB-Verpackungen GmbH unterstützt den NABU Weyhe

Jana Wientjes von der BB-Verpackungen GmbH übergibt einen 5.000 € Scheck an Bernd Daneke, Vorsitzender des NABU Weyhe. 

Thomas Brugger, als Projektleiter Beweidungsprojekt Wasserbüffel den Tieren gut bekannt, konnte sie für Gras und Streicheleinheitenan den Zaun locken.

Die Verwendung dieser sehr großzügigen Spende ist insbesondere für die Wasserbüffel- und Schaf-Beweidungsprojekte vorgesehen. Damit unterstützt die BB-Verpackungen GmbH die Artenvielfalt in Weyhe, denn ohne Weidetiere mit extensiver Wiesennutzung würden Weidelandschaften mit ihrem außerordentlichen Artenreichtum schnell verschwinden! Nicht nur die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Pflanzenarten sind an Grünland gebunden, auch ökologisch wertvolle Weidepfade, offene Bodenstellen, unterschiedlich abgegraste Flächen und natürlich durch offene Wasserlöcher sind die Garanten der Artenvielfalt in der Leester Marsch. Auch deren wertvolle Kuhfladen sind durch deren Nutzung durch eine Vielzahl von Käfern, Würmern, Fliegen und Pilzen Hotspots der Artenvielfalt, die wiederum viele Vögel anziehen, durchziehende Arten aber auch wieder brütende Kiebitze und Rebhühner bestätigen den Erfolg. Weiterhin ist nachhaltig bewirtschaftetes Weideland ein wirksamerer Kohlenstoffspeicher als beispielsweise Wald, und das liegt vor allem am Weidevieh. Während immer wieder alte Wurzelmasse abstirbt und zu Humus wird, sorgen Weidetiere für anhaltenden Wurzelnachwuchs und erhöhen somit kontinuierlich die Kohlendioxid-Speicherfähigkeit des Bodens. 

 

 Foto: BB-Verpackungen GmbH


Am 30.4.2022 haben wir rechtzeitig vor der Rückkehr der Flussseeschwalben unser erstes Brutfloß bereitgestellt.

Foto: NABU Weyhe



Pressemitteilung NABU vom 10.02.2022
NABU Weyhe begrüßt sein 1.000stes Mitglied
 
Der NABU Weyhe hatte im Jahr 2021 einen sehr großen Zuspruch aus der Weyher Bevölkerung. Es wurde nicht nur die 1.000er Mitgliedsmarke im Ortsverein geknackt, sondern auch gleich die 1.100!

Stellvertretend zum Dank an die vielen neuen Mitglieder haben wir dem 1.000sten Weyher NABU Mitglied, der Familie Tiedeken, ein Sperlings-Reihenhaus und einen Meisenkasten übergeben. Insbesondere das Reihenhaus kommt gerade zur richtigen Zeit, wurde Birthe Harzmeyer, der Schriftführerin des NABU Weyhe erklärt, denn das abgerissene Nachbarhaus war auch ein Sperlingsheim. Die Familie Tiedeken hofft, dass diese Vögel künftig bei ihnen einziehen werden, und die Kinder freuen sich schon jetzt auf das Beobachten der neuen Nachbarn. Im erhaltenen Bestimmungsbuch wurden die Sperling- und Meisenarten gleich mit Begeisterung nachgeschlagen. Durch die Winterfütterung sollen die Vögel an die richtige Stelle gelockt werden, damit die Lärchenholz-Neubauten entdeckt, und gleich im ersten Jahr bezogen werden.
 
Das in Weyhe ganz besonders viele Natur interessierte Bürger wohnen, möchten wir an dieser Stelle ebenfalls hervorheben, denn wie sonst kann es sein, dass jeder 27. Weyher Bürger ein Mitglied des NABU Weyhe ist, aber "nur" jeder 65ste Bürger in Niedersachsen oder jeder 100ste Deutsche.
 
Vielen Dank auch für die geleisteten Spenden, die dazu beitragen werden, dass auch in 2022 in Weyhe wieder mehrere tausend Stunden ehrenamtliche Naturschutzarbeit geleistet werden wird.

Foto: NABU Weyhe


Regionale Rundschau vom 18.01.2022

Nabu-Aktion auch in Weyhe

Ella, Valea und Sven Klopotek aus Weyhe zählen Wintergäste in ihrem Garten

Weyhe. Die achtjährige Ella, die sechsjährige Valea und ihr Vater Sven Klopotek aus Weyhe haben das Wochenende genutzt, um an der bundesweiten Aktion „Stunde der Wintervögel“ teilzunehmen. Zu dieser ruft jährlich der Naturschutzbund (Nabu) auf. Nachdem sie bereits an Vortagen geübt hatten, wurden nach dem Frühstück eine Stunde lang die Vögel im Garten gezählt.

Mit Ferngläsern, einem Bestimmungsblatt des Nabu und einer Strichliste ausgestattet, beobachtete die Familie aus dem Wohnzimmerfenster die Vögel und zählte sie. Dabei wurde jeweils die höchste Anzahl einer Art notiert, die gleichzeitig gezählt worden ist. Mit der Zählhilfe des Nabu war die Bestimmung der Vogelarten kinderleicht, teilt Bernd Daneke mit, der Vorsitzende des Weyher Nabu.

Ella vermisste als Schriftführerin ausgerechnet am Morgen der Aufzeichnung das Rotkelchen, den Vogel des Jahres 2021. Den findet sie nämlich auch am schönsten. Dafür konnten die Klopoteks aber einen Buchfinken, kein täglicher Gast in ihrem Garten, im gegenüberliegenden Baumwipfel entdecken, berichtet Daneke weiter.

Nach einer Stunde übertrug die Familie die beobachteten Vögel von der Strichliste in das Formular des Nabu. Laut Bernd Daneke freuen sich die Klopoteks schon auf die nächste derartige Aktion des Nabu mit der Stunde der Gartenvögel, die im Mai stattfinden wird. Dann soll die entsprechende App zur Eingabe der Daten genutzt werden.


Pressemitteilung NABU vom 14.01.2022

 

Stunde der Wintervögel
 
Die Familie Klopotek sind Mitglieder des NABU Weyhe. Ella (8) und Valea (6) und ihr Vater Sven haben den Samstagvormittag genutzt, um an der bundesweiten wissenschaftlichen Aktion "Stunde der Wintervögel" teilzunehmen.
 
Nachdem sie bereits an Vortagen geübt hatten, wurden nach dem Frühstück eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten gezählt. Mit Ferngläsern, einem Bestimmungsblatt des Nabu und einer Strichliste ausgestattet wurden aus dem Wohnzimmerfenster die Vögel beobachtet und gezählt. Dabei wurde jeweils die höchste Anzahl einer Art notiert, die sie gleichzeitg gezählt haben.
 
Mit der Zählhilfe des Nabu war die Bestimmung der Vögel kinderleicht, so dass auch die Töchter von Sven Klopotek, einem neuen Beiratsmitglied des NABU Weyhe, keine Probleme hatten die Arten festzustellen.
 
Ella ist in diesem Jahr die Schriftführerin und vermisste ausgerechnet an diesem Morgen das Rotkelchen, den Vogel des Jahres 2021, denn den findet sie am schönsten! Dafür konnten Sie einen Buchfinken, kein täglicher Gast in ihrem Garten, im gegenüberliegenden Baumwipfel endecken.
 
Nach einer Stunde wurden die beobachteten Vögel von der Strichliste in das Nabu Formular übertragen, was den Kindern auch viel Spaß gemacht hat, wie die ganze Aktion inkl. der Vorbereitungsbeobachtungen. Sie freuen sich schon auf die nächste derartige Aktion des NABU mit der Stunde der Gartenvögel, die im Mai stattfinden wird. Dann soll die NABU App zur Eingabe der Daten genutzt werden.

Fotos: NABU Weyhe


Regionale Rundschau vom 03.01.2022

 

Neues Heim im Anflug

Nachdem die Weyher Nabu-Gruppe schon vor geraumer Zeit einen Fledermauskasten auf dem Hof Wiertzema-Meyer montiert hatte, folgen nun die nächsten Domizile. Drei neue Kästen wurden nun auf dem Areal angebracht.

Weyhe-Kirchweyhe. Weiteres Heim für Fledermäuse: Nachdem die Weyher Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) schon vor geraumer Zeit einen Fledermauskasten auf dem Hof Wiertzema-Meyer am Ortsrand von Kirchweyhe montiert hatte, folgen nun die nächsten Domizile für die Tiere. Drei neue Ganzjahreskästen wurden nun auf dem Areal angebracht. Der Innenraum der neuen Wohnblocks für Hautflügler sieht zugegebenermaßen etwas beengt aus, aber: "Die Fledermäuse mögen es kuschelig", sagt Alfred Schulte in Anbetracht eines Kastens vor der Montage.

Den Hof Wiertzema-Meyer haben sich die Naturschützer deshalb als Standort für die Kästen auserkoren, weil der Bereich um die Kirche ein regelrechter Fledermaus-Hotspot ist. "Wir wollten etwas für die Fledermäuse tun", so Bernd Daneke, Erster Vorsitzender der Weyher Ortsgruppe des Nabu. Westlich der Bahnlinie haben es die Tiere etwas komfortabler: Hier haben die Engagierten Weltkriegsbunker zu Winterquartieren umgerüstet, wo die Fledermäuse die kalte Jahreszeit überstehen könnten. Die Anlagen dienten nach dem Krieg als Lagerstätten und zur Lebensmittelkühlung, ehe das "Zeitalter der Gefrierschränke" hereinbrach, so Daneke. Der Nabu habe die Chance ergriffen, die Bunker fledermausgerecht einzurichten.

Auf der anderen Seite der Schienen sah es jedoch eher mau aus mit möglichen Ruheplätzen. Denn die Nachfrage ist da: Alfred Schulte, Nabu-Vorstandsmitglied, hat sich Anfang dieses Jahres mit einem Sonar auf die Lauer gelegt und die Geräusche der Tiere im Bereich der Kirche aufgenommen (wir berichteten). Im kommenden Jahr möchte er dann versuchen, die Fledermäuse auch im Bild einzufangen, aber: "Die Akustik ist für die Artenbestimmung ausreichend", versichert Schulte. Ein gutes Dutzend verschiedener Arten von Fledermäusen residiert im Bereich um die Felicianuskirche, hat der Rentner herausgefunden.

Insgesamt gebe es in Deutschland 24 Arten von Fledermäusen, 18 bis 20 davon seien auch im Norden heimisch. Etwa die Rauhautfledermaus, ein bemerkenswertes Exemplar: Nach der Paarung speichern die Weibchen den Samen bis ins Frühjahr und leiten dann eigenständig die Befruchtung ein, damit ihre Jungen zu wärmeren Zeiten zur Welt kommen. Dass den Tieren während des Winters nichts passiert, dafür könne der Mensch mit solchen Kästen helfen.

Dabei sei es auch ratsam, mehrere Kästen aufzuhängen, da die Tiere ihr Winterquartier mitunter wechseln, etwa wenn es an einer Stelle zu kalt wird. "Wir wollten eine Auswahl bieten. Je mehr hängen, desto besser", konstatiert Daneke. Dass der Mensch überhaupt eingreifen muss, liege auch am Fortschritt der Bauweise. Durch die fortgeschrittene Technik bei der Hausdämmung werden Unterschlupfe für die Tiere wie Dachvorsprünge und Ritzen immer weniger – der Mensch möchte es eben warm haben in seinem Haus. Die Fledermaus allerdings auch, deshalb lassen sich die Quartiere auch bei einem Neubau integrieren, wirbt Schulte. Zudem sei es relativ egal, wo die Kästen, in denen 20 bis 40 Fledermäuse Platz finden können, aufgehängt werden, nur "in die prallste Sonne würde ich sie nicht hängen", so Schulte.

Die Kästen kosten je Stück rund 200 Euro und wurden mit Unterstützung der Kreissparkasse Syke erworben, die das Projekt zum wiederholten Mal unterstützt und 500 Euro zuschießt. "Wir halten das für unterstützenswert, weil es dem Artenschutz dient", so Dennis Landt von der Kreissparkasse.