Grabwespenschutz  - Sandhäufchen auf der Terrasse
 
Ulrike Kunz, NABU Aktive und Wespenberaterin der Gemeinde Weyhe möchte auf den Schutz der Grabwespen hinweisen:
 
Kleine Sandhäufchen, aufgeworfen zwischen den Fugen der Terrassensteine, auf der Auffahrt, der gepflasterten Straße. Nicht Ameisen betreiben hier im Sommer ihre Bauarbeiten, sondern Grabwespen sind es, die ihre Brutröhren graben. Mit ihren kräftigen Kiefern graben sich die Verwandten der Bienen in die sandigen Zwischenräume, um dort ihre Larven abzulegen. Ist das geschehen, und sind die Larven mit Futter versorgt, verschließen die für den Menschen völlig ungefährlichen Insekten ihre Röhre wieder mit Sand. Sorgen, dass der Grund einer Terrasse oder Einfahrt unterhöhlt wird, muss sich niemand machen, denn der aufgehäufelte Sand kann nach getaner Brutarbeit leicht wieder mit dem Besen in den Fugen verteilt werden.
 
Auf keinen Fall sollte versucht werden, die Tiere mit Gift, Backpulver, Ammoniak oder ähnlichen verrückten Dingen, die kursieren, zu bekämpfen!
 
Grabwespen sind fleißige Bestäuber, ihrerseits Insektenfänger und wichtiger Bestandteil eines ökologischen Gleichgewichts.
Sie und ihr Nachwuchs müssen geschützt und dürfen nicht vernichtet werden!
 
Bei Fragen zu Wespen können die Wespenberatenden der jeweiligen Gemeinden kontaktiert werden.

 

Foto: Ulrike Kunze


 

Jubiläum - 20 Jahre NABU Weyhe

 

Am 19.6.2022, von 15 bis 18 Uhr, möchte die NABU Ortsgruppe Weyhe mit ihren Besuchern ihr      20-jähriges Jubiläum feiern.

 

Bei einem Tag der offenen Tür werden wir unsere ehrenamtliche Naturschutzarbeit vorstellen.

 

Wir bieten ein Programm für die ganze Familie, von Besuchen der Kinder bei den Schafen oder Nistkastenbau über Untersuchungen des Lebens im Wasser bis zur Beratung eines insektenfreundlichen Gartens.

 

Außerdem werden die Gewinner des Malwettbewerbs vom Frühlingsfest bekanntgegeben.

 

Der Start wurde 1980 mit der Gründung der Umweltschutzgruppe Weyhe gemacht, die 1985 in den DBV (Deutscher Bund für Vogelschutz) Kreis Grafschaft Hoya als Stützpunkt Weyhe überging. Im Jahr 2000 wurde der NABU Kreisverband Diepholz gegründet, mit einem großen Anteil Weyher Vorstandsmitglieder. 2002 war es dann soweit, die NABU Ortsgruppe Weyhe wurde gegründet.

 

Heute sind wir sehr froh, dass viele Mitglieder und Aktive uns seit Jahrzehnten die Treue halten, dass die Aktivengruppe stetig wächst, und wir immer neue Projekte bearbeiten können.

 

Jeder Interessierte, egal in welchem Alter, mit welcher Fitness, mit welchen Kenntnissen und mit welchem möglichen Zeiteinsatz ist auch zu unseren Monatstreffen herzlich willkommen. Völlig ohne Verpflichtung können Sie sich die Zeit nehmen, die Sie benötigen, um uns und die Projekte kennen zu lernen, und ggf. zu entscheiden ob und in welchem Projekt Sie mitwirken möchten.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch, insbesondere auch über langjährige passive Mitglieder, um ihnen die heutige Ortsgruppe vorzustellen.

 


Welttag der Biene

Am 20.05.2022 wird weltweit an die Wichtigkeit der Bienen erinnert, und damit dem notwendigen Schutz unserer einzigen Natur!

 

Beim Begriff Biene denken die meisten Menschen an die Honigbiene und deren Produkt, dem Honig. Aber allein bei uns in Deutschland gibt es etwa 550 Wildbienenarten (weltweit 17.000) um deren Zukunft es sehr schlecht bestellt ist.

 

Die Honigbiene ist ein „Haustier“ und lebt in der Obhut des Imkers, er sorgt dafür das es ihr gut geht. Die Wildbienenarten sind aber im doppelten Sinne auf sich allein gestellt, weil sie solitär leben und durch den Menschen immer mehr in Bedrängnis geraten, obwohl sie sehr wichtig für die Ernährung der Menschheit und den Erhalt der Natur sind!

 

Durch Lebensraum- und Nahrungsverluste bzw. Pestizide sind sie zum Teil stark bedroht. Dabei ist ihre Bedeutung immens. Man schätzt das etwa 80% aller Pflanzenarten auf eine Bestäubung durch Insekten angewiesen sind und dabei spielen die Wildbienen die Hauptrolle. Ohne ihre Bestäubungsarbeit würden ganze Ökosystem zusammenbrechen bzw. viele Pflanzenarten aussterben. Die Honigbienen könnten das niemals ausgleichen, da sie weder vom Umfang noch der Spezifität dazu in der Lage sind.

 

Daher ist der Schutz der Wildbienen und der Lebensräume von herausragender weltweiter Bedeutung. Jeder der einen Garten hat müsste dazu seinen Beitrag leisten, indem er ihn naturnah gestaltet und damit den Bienen einen Über-Lebensraum bietet. Wer keinen Garten hat oder darüber hinaus etwas tun möchte kann eine Patenschaft für Blühflächen übernehmen. Er sollte aber darauf achten, dass diese Flächen mehrjährig angelegt sind, denn bei etwa 70 % der Wildbienenarten findet die Entwicklung des Nachwuchses im Boden statt. Werden die Blühflächen im Herbst umgebrochen ist die nächste Generation damit zum großen Teil vernichtet.

 

Ein naturnaher Garten zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus, ist Lebensraum für Flora und Fauna, wo auch Wildkräuter zuhause sind, und im ganzen Insektenjahr heimische ungefüllte Blüten zu finden sind, Stauden erst im Frühjahr beschnitten werden, und auch der Boden bedeckt und geschützt ist. Sehr wertvoll und notwendig für die Insekten sind ebenso Totholz, Reisighaufen, Wasser und auch wilde Ecken sowie sonnige, schattige, trockene und feuchte Stellen. Insektenhotels als Ergänzung sind sehr beliebt, aber leider oftmals für Wildbienen ungeeignet, da die Bohrlöcher nicht die Durchmesser von 4-8 mm haben, die Tiefe nicht mindestens 8 cm beträgt und/oder die Löcher /Stengel nicht von hinten geschlossen sind!

 

„Perfekt“ aufgeräumte Gärten mit immer und überall kurz gemähten Rasen mag manchen Menschen gefallen, aber es gefällt nicht der Tier- und Pflanzenwelt!

 

Bitte stellen Sie sich vor, Sie müssten alle Pflanzen von Hand bestäuben, die notwendig sind, damit Sie ein ganzes Jahr ausreichend Nahrung haben, wenn Sie über Ihre Gartengestaltung nachdenken!

 

Der NABU Weyhe bietet Infos zum Insektenschutz und gemeinsam mit der Gemeinde eine Gartenberatung an, unter

heiko-janssen@web.de

 

Fotos: Heiko Janssen


Die Queen kommt

Wenn die Königin kommt, sollte man vorbereitet sein! 

Wenn eine Wespen- oder Hornissenkönigin kommt, vielleicht sogar noch mehr!
 
Die Sonne weckt jetzt die Wespen-Cheffinnen aus ihrer Winterstarre, in der sie versuchten, der Kälte und dem Nahrungsmangel der letzten Monate zu trotzen. Jetzt wollen sie nur eines: ein neues Volk gründen. Nicht selten zieht es die zwei bekanntesten Wespenarten, die Gemeine und die Deutsche Wespe, in die Nähe unseres Wohnraums. Unter Dachsparren, in Gartenhäuschen, in Rolladenkästen sind bevorzugte Plätze um Nester anzulegen.
 
Ausgesuchte Plätze sind im Frühjahr zu erkennen, da einzelne Wespen an einer Stelle ein- und ausfliegen. Sollten Sie Bedenken haben, dass der von der Königin gewählte Platz im Sommer Probleme bereiten könnte, da dort dann das ganze Volk ein- und ausfliegen wird, können die Tiere durch rechtzeitiges Stören an dieser Stelle vom Nestbau abhalten werden. Störbeispiele sind leichtes Besprühen mit einem Wasserzerstäuber und häufiges Bewegen des Rolladens.
 
Wenn Sie steten schwarz-gelben Flugverkehr wahrnehmen und / oder grundsätzliche Fragen zu den schönen und wertvollen Frühlingsboten haben, können Sie sich an die örtlichen Wespenbeauftragten wenden:

Heiko Janßen, Tel.: 0421 / 803466 (ab 16 Uhr) für Erichshof, Lahausen westlich der Bahn, Leeste, Melchiorshausen
Ulrike Kunze, Tel.: 04203 7005208 (ab 16 Uhr) für Ahausen, Dreye, Jeebel, Kirchweyhe, Lahausen östlich der Bahn, Sudweyhe
 

Fotos:
1. Eine kraftlose Wespenkönigin mit Zuckerwasser gefüttert kann schon nach kurzer Zeit wieder weiterfliegen.
2. Eine Sächsische Wespenkönigin hat in einem Geräteschuppen angefangen ihr Nest zu bauen.