Juli 2018:
Die 2015 gepflanzte Hecke am Gänsebach hat sich prächtig entwickelt.

Kreiszeitung vom 01.10.18

 

Naturschutzbund Weyhe lädt ein 

Haufenweise Äpfel zu Saft gepresst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ennio Nutricato (links) und Bernd Daneke helfen den Kindern an der Obstpresse dabei, aus frisch gepflückten Äpfeln Saft zu quetschen.

Leeste - Mehr als 150 Besucher hat die örtliche Gruppe des Naturschutzbundes am Sonntagnachmittag auf ihrer Streuobstwiese am Böttchers Moor begrüßt. Sie hatte zum dritten Mal zu einem Apfelfest eingeladen. Mehr als die Hälfte der Gäste waren Kinder, bilanziert der Vizevorsitzende Bernd Daneke.

Das Organisationsteam um Ulrike Buck hatte ein vielfältiges Aktionsprogramm vorbereitet: Das Gelände an der Naturschutzstation bot dazu viele Möglichkeiten, vom stillen Beobachten von Lebewesen im Teich bis zum Betrachten der Schafe und dem Auspressen der Äpfel. Die Kinder bastelten, malten, bedruckten Fahnen und halfen mit beim Waffelbacken. Die Besucher schauten sich die neu angelegte Blumenwiese an, auf der jetzt noch einige Blumen blühen. Sie gingen zum Anleger, der weit ins Böttchers Moor ragt, betrachteten die Bienenstöcke und informierten sich an den zahlreich aufgestellten Bildtafeln. Es bestand für sie auch die Möglichkeit, direkt vor Ort den frisch gepressten Apfelsaft zu kosten.

Bereits am Freitag hatten Nabu-Mitglieder auf der Streuobstwiese mehrere Wannen voll Äpfel gepflückt, die am Apfelfesttag unter der Aufsicht von Ennio Nutricato in der Presse ausgequetscht wurden.

Vorsitzender Thomas Brunner und sein Team stellten die Streuobstwiese vor, auf der gegenwärtig fast 50 Obstbäume wachsen. Neben einigen Kirsch- und Birnenbäumen handelt es sich in der Mehrzahl um alte, seltene Apfelsorten wie den „Horneburger Pfannkuchenapfel“ oder den „Finkenwerder Herbstprinz“. Einige frisch gepflanzte Stämme müssen noch bestimmt werden, was erst möglich ist, wenn sie Früchte tragen.

Die Sortenvielfalt führt zu einer langen Obstblüte im Frühjahr und im Herbst zu einer lang anhaltende Erntezeit. Herabgefallenes Fallobst sorgt dafür, dass auch Insekten, Kleintiere und die Schafe eine Abwechslung auf ihrer herbstlichen Speisekarte finden.

Streuobstwiesen unterscheiden sich von Plantagen in vielerlei Hinsicht: Auf einem Hektar stehen nur bis zu 120 Bäume, die sich frei entfalten können und den Schafen, die in dieser Wiese die Funktion des Landschaftspflegers und Rasenmähers haben, im Sommer Schatten spenden. Sie haben eine große ökologische Bedeutung, weil seltene Arten verwendet werden, der Ertrag nicht unbedingt im Mittelpunkt steht und altes Erbgut erhalten bleibt. Daher verbietet sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln von selbst. Gerade die alten Sorten sind ohnehin widerstandsfähig.


Kreiszeitung vom 23.07.18

Kein Platz für Kompost

 

Nabu-Ortsgruppe spricht über Wespen und das Apfelfest

 

 

LEESTE • Die Ortsgruppe Weyhe vom Naturschutzbund (Nabu) hat zurzeit etwa 900 Mitglieder.

 

Da gibt es viel zu besprechen und zu planen. Deswegen kommt die Gruppe traditionell zu Monatstreffen zusammen. Nun war es wieder soweit. Treffpunkt war das Gelände an der Böttcherei Nummer 115.

Auf der Tagesordnung stand ein Rückblick auf das Geleistete in den vergangenen vier Wochen sowie ein kleiner Ausblick. Im September wird es zum Beispiel wieder das beliebte Apfelfest auf dem

Nabu-Gelände geben.

Der erste Vorsitzende Thomas Brugger betonte, dass die Gemeinde inzwischen einen Wespenbeauftragten habe, bei denen sich Anwohner Rat holen können, ob ein Nest der nützlichen Tiere abgebaut werden sollte. Dieser habe inzwischen so viel zu tun, dass ein zweiter Helfer gesucht werde.

Schriftführetin Ulrike Buck erinnerte an die Ferienkiste der Gemeinde, an der 25 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren teilgenommen haben. Unter ihrer Leitung hätten etwa zehn Freunde des Nabu mit den Jugendlichen Insektenhotels gebaut. Diese waren von Experten präzise vorbereitet worden und brauchten von den Jugendlichen nur noch mit Inhalt versehen zu werden. Anschließend durften sie die Hotels mit nach Hause nehmen.

Ein Höhepunkt sei die Aktion "Komposthaufen" gewesen, so Buck. Hier hätten die Teilnehmer erlebt, was sich auf einem Komposthaufen alles abspielt. Die Schriftführetin warf die Frage "Wer habe heute noch einen Komposthaufen im Garten?" in den Raum. Dafür reiche in der heutigen Zeit meist der

Platz auf den Grundstücken nicht mehr aus.

Am 8. Juli habe es wieder eine Sonntagsöffnung gegeben, die immer in den Monaten Mai bis Oktober angeboten werde. In diesem Monat seien zwischen 15 bis 17 Uhr über 60 Besucher erschienen.

Am Freitag, 13. Juli, habe der Nabu den Besuch vom VierNationen-Camp empfangen.

18 Besucher aus Lettland, Georgien und Frankreich hätten teilgenommen, aus Deutschland seien leider nur zwei Personen dabei gewesen, bedauerte Ulrike Buck.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Setzen sich für die Umwelt ein (v.l.): Der erste Vorsitzende Thomas

Brugger, Schriftführerio Ulrike Buck, zweiter Vorsitzender Bernd

Daneke und Beirat Holger Bokelmann. • Foto: Ostrowski


Kreiszeitung vom 20.07.2018

Von Kugelspringern und Nachtkerzen

 

Kinder erforschen bei Ferienaktion die Natur

 

WEYHE • Scharfsinnige Eulen, Wasserbewohner, flinke Fledermäuse und vieles mehr - im und um Böttchers Moor gibt es ganz schön was zu entdecken. Das erlebten und erfuhren Kinder im Alter von

sechs bis elf Jahren jetzt bei einer Ferienkistenaktion mit der Nabu-Ortsgruppe Weyhe an der Naturschutzstation. "Die Kinder hatten eine Menge Spaß an den verschiedenen Aktions ständen", berichtet Ulrike Buck vom Nabu Weyhe in einer Pressemitteilung.

Bei einem Stand spürten die Kinder zum Beispiel Insekten in den Wildblumenwiesen auf. Es galt sie zu bestimmen, und wer wollte, konnte sie auch zeichnen. Ganz nebenbei erfuhren die jungen Teilnehmer, wie sich Blumen vermehren und warum Insekten so wichtig sind. Ein Hör-Memorie und ein Zuordnungsspiel zum Thema Komposthaufen gehörten ebenfalls zur Ferienaktion.

Im angrenzenden Wald bestimmten die Jungen und Mädchen das Alter eines Baumes, der zählte ganze 24 Jahresringe. Danach gingen sie weiter zum Trafoturm, wo sie Schleiereulen über eine Kamera auf einem Monitor sehen konnten.

Am Böttchers Moor lagen Kescher bereit. Sogar ein mittelgroßer Barsch ging in das Netz, und die kleinen Naturforscher "erjagten" einige Libellenlarven. Diese bestaunten sie später im Aquarium.

Am Rätselstand errieten die Kinder eigentümliche Tiernamen wie Taubenschwänzchen, Kugelspringer und Gottesanbeterin, aber auch Pflanzennamen wie Nachtkerze, Mauerpfeffer und Natternkopf

Nach drei Stunden Rallye machten die Kinder laut Ulrike Buck einen zufriedenen Eindruck und versprachen, zu Hause ein kleines Quiz mit ihren Eltern zu machen.

Fragen wie "Welche Tiere leben im Komposthaufen?" oder "Was ist ein Taubenschwänzchen?"

dürften einige Mütter und Väter nun beantworten können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was blüht und summt denn da? Die Kinder lernen bei der Ferienaktion

viel über die Natur. • Foto: Husmann


Regionale Rundschau vom 09.07.2018

 

 

Sonntagsöffnung des Nabu Weyhe

Natur, die anzieht

Ulrike Buck (rechts) erklärt Christina Dähn (links) und Martina Januschewski, welche Vielfalt eine Wildblumenwiese enthalten kann. (Karsten Klama)

Weyhe-Leeste. Noch ist es ruhig an der Naturschutzstation Dr. Schütte Haus an der Böttcherei in Leeste. Der zweite Vorsitzende Bernd Daneke hisst die Flagge des Naturschutzbundes und stellt ein Schild mit der Aufschrift "Geöffnet" an den Eingang. Nicht lange dauert es, bis die ersten Radfahrer anhalten. "Wir haben die schöne Blumenwiese gesehen", erklärt eine Frau. Daneke führt sie auf das Gelände und zeigt ihnen den Rest des Areals: Wildblumen, einen kleinen Teich, Nistkästen für Insekten und mehr. "Schon ewig" öffnet der Nabu in der Zeit zwischen Mai und Oktober an jedem zweiten Sonntag im Monat seine Station, um Interessierten einen Einblick in die Projekte des Vereins zu geben, wie Daneke berichtet. Die Nachfrage ist laut Nabu-Mitglied Ulrike Buck sehr schwankend, trotzdem haben sich die Verantwortlichen im vergangenen Jahr erstmals entschlossen, im Juli keine Sommerpause in Sachen Sonntagsöffnung einzulegen. Und auch dieses Mal zeigen zahlreiche Besucher, dass die Entscheidung richtig war. Gleichzeitig hofft der Nabu auf weitere Helfer, denn es gebe genug zu tun.

Bernd Daneke führt die ersten Besucher über das Gelände, noch bevor die Station überhaupt offiziell geöffnet hat. "Das geht gut los", freut er sich über die Besucher. Das meiste Interesse der Männer, Frauen und sogar Kinder zieht dabei die Wildblumenwiese auf sich. In verschiedenen Farben leuchtet sie, zahlreiche Insekten tummeln sich darüber. "Die Blumenwiesen sind unser großes Projekt in diesem Jahr", erklärt Daneke. 2017 lag der Fokus mehr auf Eulen- und Falken-Nistkästen. "Das heißt aber nicht, dass die übrigen Projekte nicht auch weiterlaufen und nach wie vor Pflege benötigen", stellt er klar. Immer wieder halten weitere Radfahrer an, auch Autos parken auf dem Schotterplatz neben der Station. Schnell hat sich eine Gruppe um den zweiten Vorsitzenden versammelt, Buck beantwortet derweil Fragen von weiteren Besuchern. "Heute ist es wirklich gut gefüllt", zieht sie ein Zwischenfazit. Das hänge aber auch immer davon ab, was sonst noch in Weyhe los ist. "Vor allem Veranstaltungen auf dem Kirchweyher Marktplatz merken wir schon", sagt sie und erhält gleich eine weitere Frage zur Pflege der Wildblumenwiese.

"Die Leute sind oft schon sehr interessiert", berichtet Daneke von den Sonntagsöffnungen. Buck ergänzt: "Es gibt auch immer noch Weyher, die gar nicht wissen, dass es hier so schön ist." Auch das Böttchers Moor sei einigen noch unbekannt. 

Die Zahl der Nabu-Mitglieder hat sich in der Vergangenheit durchaus positiv entwickelt, weiß der zweite Vorsitzende. "Aber mit mehr Leuten können wir auch mehr umsetzen", ergänzt er. Das umfasse Aufgaben wie die Zusammenarbeit mit der Grundschule Leeste (wir berichteten) genauso wie etwa das Büffel-Projekt oder eben ganz neue Ideen. Denn, so lässt Daneke durchblicken, der nächste Fokus werde wohl auf die Begrünung von Gewerbeflächen gelegt. "Da wollen wir mit den Unternehmen zusammenarbeiten, aber auch die Gemeinde kann etwas tun", sagt er. 

Ein Stück abseits steht Besucherin Christina Dähn. Sie schaut sich die Wildblumenwiese an und macht ein Foto: "Damit meine Familie weiß, wie es hätte aussehen sollen", erklärt sie schmunzelnd. Denn zu Hause habe sie versucht, ein ähnliches Ergebnis zu schaffen, allerdings mit mäßigem Erfolg, wie Dähn erklärt. "Aber wir haben gerade am Anfang auch jeden Tag gegossen", räumt Buck ein. Wildblumen bräuchten zwar weniger Wasser als andere Arten, aber gerade am Anfang sei es wichtig, sich gut um die Samen und die kleinen Pflanzen zu kümmern. "Dieser Sommer ist es auch extrem", ergänzt Buck. 

Martina Januschewski kommt aus Berlin, sie ist nur zu Besuch in Weyhe. "Ich bin zum ersten Mal hier an der Station, aber es ist schön", erklärt sie. Aufmerksam schaut sie sich nicht nur die Wiese an, sondern auch etwa die Informationstafel zum Thema Bienen. Weitere Männer und Frauen gesellen sich zu ihr, während Daneke mit "seiner" Gruppe inzwischen bei dem Teich des Geländes angekommen ist. Immer wieder verweist er auch auf andere Projekte, etwa die der Nistkästen für Eulen und Falken – "es werden immer mehr " – oder auch auf die Arbeit der Nabu-Kollegen aus Syke. Informationen, darum soll es bei dem Besuch der Naturschutzstation gehen. Und die Besucher nehmen es dankend an.

Die nächste Sonntagsöffnung findet am 12. August in der Zeit von 15 bis 17 Uhr an der Station in Leeste, Böttcherei 115, statt. Weitere Infos gibt es unter www.nabu-weyhe.de.


26.05.2018

Auf der diesjährigen Jahresmitgliederversammlung gab es Vorstandswahlen mit folgendem Ergebnis:

 

Der 1. Vorsitzende Thomas Brugger,

der 2. Vorsitzende Bernd Daneke und

der Kassenwart Manfred Finke

wurden in Ihrem Ämtern bestätigt.

 

Die bisherige Beirätin Ulrike Buck wurde zur neuen Schriftführerin gewählt.

Als neuer Beirat des Vorstands wurde Holger Bokelmann gewählt.


Regionale Rundschau vom 26.05.2018
Nabu Weyhe und Grundschule Leeste

Noch mehr Lernen in der Natur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die weitere Zusammenarbeit ist schriftlich fixiert: Weyhes Nabu-Vorsitzender Thomas Brugger (hinten) und Martin Stamnitz, Schulleiter der Leester Hundertwasser-Grundschule, haben den neuen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Für die 1C der Grundschule mindestens genauso interessant: die im Teich gefangenen Larven. (Stephen Kraut)

Weyhe-Leeste. Die Kinder sind am Freitagvormittag mit ganz verschiedenen Aufgaben beschäftigt: Einige schauen sich in dem kleinen Wäldchen um, das an die Naturschutzstation des Nabu Weyhe angrenzt, und bestimmen Flora und Fauna, andere fangen Tiere aus dem Teich, um sie sich in einem Aquarium näher anzusehen. Verschiedene Projekte, die aber eines gemeinsam haben: einen Kooperationsvertrag zwischen den Naturschützern und der Hundertwasser-Grundschule in Leeste, der jetzt sogar erweitert wurde. Aber der Nabu blickt auch bei einem anderen Thema in die Zukunft.

"Vor einigen Jahren schon hatten wir Besuche von Klassen", erinnert sich Nabu-Vorsitzender Thomas Brugger. Martin Stamnitz, Leiter der Leester Grundschule, hatte dann die Idee, die Zusammenarbeit zu forcieren – zunächst für die ersten Klassen. "Das praktische Lernen ist enorm wichtig", unterstreicht Stamnitz und lobt den Standort: "Das ist ein großer Vorteil, den wir nutzen." Das Ganze sei zudem mit verhältnismäßig wenig organisatorischem Aufwand zu bewältigen.

Um Planungssicherheit zu haben und auch die Lehrpläne entsprechend anzupassen, einigten sich beide Seiten darauf, diese Kooperation in einem Vertrag festzuhalten. Und der wird nun erweitert, künftig werden auch die Zweitklässler mit verschiedenen Projekten zum Nabu kommen. "Dafür erhalten wir eine Spende", erläutert Brugger. Die soll verwendet werden, um Equipment wie Casher und Aquarien anzuschaffen. Unisono betonen sie: "Das ist eine Win-Win-Situation."

Weiter berichtet Stamnitz: "Wir haben nun gemeinsam eine Wildblumenwiese vor der Schule eingerichtet." Auch das sei eine Aktion mit Wiederholungsbedarf. Und schließlich betont der Schulleiter: "Wir überlegen ständig, was man noch machen könnte."

Aber schon die derzeitige Kooperation habe einen hohen Mehrwert: "Wir schaffen in der Zeit von 8 bis 12 Uhr eine Menge", sagt Stamnitz. Die Besuchstage sind nämlich jeweils auf vier Stunden begrenzt, die Themen variieren ständig. "Wir wollen ein erstes Interesse wecken für die Natur", formuliert es Ulrike Buck vom Nabu.

Dass sich der Naturschutzbund auch in der Vergangenheit über regen Zuwachs freuen durfte, zeigt ein anderes Projekt, das Brugger schon einmal verrät: "Wir wollen unser Dr. Dietrich Schütte Haus gerne ausbauen", erklärt er mit Blick auf die Naturschutzstation an der Böttcherei. Etwa 25 Quadratmeter und lediglich eine Toilette stehen dort aktuell zur Verfügung. "Wenn wir bei schlechtem Wetter mit den Kindern reingehen müssen, wird es schon eng", berichtet er, während sich immer wieder Jungen und Mädchen anstellen, um auf die Toilette zu gehen. "Wenn wir sonntags öffnen, wird es auch immer wieder voll", ergänzt Brugger. Etwa 500 Menschen kämen im Jahr inzwischen zu der Station. Deshalb wolle man anbauen. "Wir hoffen auf Unterstützung aus einem Förderprogramm", sagt der Vorsitzende zu ersten Überlegungen der Finanzierung. Noch gebe es aber keine konkreten Pläne.

Dann werden die neuen Verträge unterschrieben. Der alte muss zunächst aufgelöst werden, "eine Formalie", sagt Stamnitz. Schließlich ist alles fixiert, auch die zweiten Klassen begeben sich künftig zum Nabu. Kurz darauf geht es für die Kinder wieder zurück zur Schule – übrigens zu Fuß. "Es ist für sie noch einmal etwas ganz anderes, wenn die heimische Flora fußläufig zu erreichen ist", erläutert der Schulleiter und beruhigt Eltern: "Auch für Erstklässler ist die Strecke schon zu schaffen." Und dann verlässt die Gruppe das Gelände, womöglich nicht zum letzten Mal.


Am 3.5.2018, 19:30 Uhr fand im Kleinen Forum der KGS Leeste eine

Informationsveranstaltung zum Thema:

Insektensterben – geht uns das an? Tatort Garten!“

statt.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger waren dazu eingeladen.


NABU NIEDERSACHSEN Journal 2/18

 

NABU Weyhe

Renaturierungsprojekt „Laufverlängerung Fließgewässer Hache“

 

Im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) hatte der NABU Weyhe im Jahr 2015 die Idee, einen begradigten Flussabschnitt der Hache zu renaturieren. Aus dem Besitz der Gemeinde Weyhe wurde der NABU-Gruppe eine knapp einen Hektar große Fläche zur Verfügung gestellt. Der Hache-Hombach-Gewässerverband und Mitarbeiter der Gemeinde Weyhe und des Landkreises Diepholz standen der Idee positiv gegenüber. Die Niedersächsische BINGO-Umweltstiftung finanzierte das Renaturierungsprojekt sowie ein schulbegleitendes Projekt der Paul-Maar-Grundschule Sudweyhe mit insgesamt 18.200 Euro.

 

Auf Luftbildaufnahmen und historischen Karten wurde ersichtlich, dass die im Jahr 1897 begradigte Hache in ihrem Urstromtal oftmals einen anderen Verlauf aufwies. In gemeinsamen Treffen stellte der Planer einen historischen Kartenauszug aus den Jahren zwischen 1830 und 1860 vor, der annähernd den jetzigen Zustand der Hache-Renaturierung zeigt

 

Im Frühsommer 2017 war es soweit: Vom 30. Mai bis 9. Juni wurden die Baggerarbeiten ausgeführt, der Fluss wurde von 230 Meter auf 375 Meter verlängert. Das Flussprofil wurde bewusst vertieft und eingeengt, um später zu erkennen, wie sich das Flussbett in eigendynamische Entwicklung verändern wird. Die Altarme blieben als „Totarme“ bestehen und haben weiterhin eine Überlauffunktion bei extremen Hochwasserereignissen. Zusätzlich wurden zwei Stillgewässer von 350 und 1.000 Quadratmetern Größe geschaffen, die weiteren Retentionsraum bieten. Der Bodenaushub von etwa 2.100 Kubikmetern wurde auf grenzenden Feldern eingeebnet.

 

Einige extreme Hochwasserlagen, bei denen es zu keinerlei Überschwemmungen landwirtschaftlicher Nachbarflächen kam, haben bereits den Beweis geliefert, dass die hydraulischen Berechnungen korrekt waren.

 

Ein toller NABU-Erfolg.

 


Kreiszeitung vom 16.03.18

 

Gegen das Insektensterben

„Blühende Landschaften“ in den Gärten und auf Balkonen

Gratis-Tüten voller Samen. Die daraus entstehenden Pflanzen sollen einen Lebensraum für Insekten bilden, wünschen sich Steffen Nadrowski, Ulf Panten, Andreas Bovenschulte und Ulrike Buck (v.l.n.r.).

 

Weyhe - Von Sigi Schritt. Ulrike Buck vom Naturschutzbund und Bürgermeister Andreas Bovenschulte haben gestern ein erschreckendes Bild gezeichnet: Beide zitierten wissenschaftliche Studien, wonach die Anzahl der Insekten in den vergangenen drei Jahrzehnten um bis zu 75 Prozent zurückgegangen sind.

Mit dieser Situation wollen sich in der Wesergemeinde weder die Verwaltung noch der Nabu abfinden und stemmen sich mit einem ganzen Maßnahmen-Paket gegen das Insektensterben.

Interessierte müssen laut Buck nur in die Gärten schauen: Ein altes Bauernhaus mag schön hergerichtet sein, doch die Besitzer setzen statt auf heimische Sträucher oder Büsche eher auf Kiesbeete. In vielen Gärten dominieren Lebensbäume, Kirschlorbeer und Nadelgewächse, aus denen die Bienen keinen Honig ziehen könnten. Das seien – aus biologischer Sicht – tote Flächen, sagt das promovierte Nabu-Mitglied.

Buck wünscht sich, dass Eigentümer und Mieter lieber das pralle Leben in den Garten oder auf den Balkon holen. Ein Beet mit Lavendel sehe nicht nur gut aus, es duftet auch prima und die Betrachter könnten erleben, wie es dort summt und die Insekten von Blüte zu Blüte fliegen, gibt Buck ein Beispiel.

Sterben Insekten aus, wirkt sich das auf das Öko-System aus, erklärt Buck. „80 Prozent aller Pflanzen vermehren sich über Insektenbestäubung. Gäbe es sie nicht, hätten wir weder Kirschen noch Erdbeeren.“

Bürgermeister Andreas Bovenschulte macht sich für „blühende Landschaften“ in der Wesergemeinde stark. Bürger können sich im Rathaus im Büro des Umweltbeauftragten Ulf Panten Gratis-Tüten befüllt mit einer Samenmischung abholen.

Damit wird das Bienen- und Insektensterben aber nicht eingedämmt, sagt Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski. Es müsse mehr kommen. Deshalb gibt Weyhe mit anderen Kommunen der W.I.N.-Region Gas. So sind Aktionen mit Schulen ebenso geplant wie Vorträge zu diesem Thema in der Volkshochschule.

Außerdem wollen Landwirte ihr Scherflein beitragen und möchten Blühstreifen anlegen. Buck berichtete von einem nichtöffentlichen Symposium Ende Februar in Leeste, in dem Landwirte, Vertreter der Gemeinde, des Nabus, der Jäger und des Mittelweserverbands ins Gespräch kamen und Strategien berieten: Der Nabu wird mit Unterstützung durch einen Biolandwirt einen Blühstreifen auf einer seiner Flächen in der Marsch anlegen, und auch in Dreye soll ein drei Meter breiter Streifen eingesät werden. „Zusätzlich wird künftig das Naturschutzgelände am Böttchers Moor noch mehr blühen und Insekten anlocken“, so Buck. Für Herbst ist ein zweites Treffen geplant. Denn der Kampf gegen das Insektensterben hat laut Bürgermeister Bovenschulte gerade erst begonnen.


Wir nehmen am Markt der Möglichkeiten teil, da wir für jeden Weyher Bürger Möglichkeiten des Engagements bieten, egal in welchem Alter, mit welcher Fitness, mit welchen Kenntnissen und mit welchem möglichen Zeiteinsatz Sie zun uns kommen würden.


Regionale Rundschau vom 09.02.2018

 

Böttcher Moor

Amphibien wandern wieder


Die Bundesfreiwilligendienstlerinnen Rike Jakubigk (von links) und Aleke Möller sowie Arne Glitz (rechts), Absolvent des Freiwilligen Ökologischen Jahres, lassen sich vom Umweltbeauftragten Ulf Panten erklären, wo die Amphibien bald unterwegs sein werden. (Stephen Kraut)

Die ersten Sonnenstrahlen lassen es vermuten, die Temperaturen derzeit allerdings weniger. Trotzdem weist Weyhes Umweltbeauftragter Ulf Panten darauf hin, dass die Amphibienwanderung bevorsteht. Die ersten Molche hätten sich an den wärmeren Tagen Ende Januar sogar schon auf den Weg gemacht. „So früh habe ich es in meiner Zeit hier auch noch nicht erlebt“, so Panten. Nun erfolgen gemeinsam mit den zwei Bundesfreiwilligendienstlerinnen Aleke Möller und Rike Jakubigk sowie Arne Glitz, Absolvent des Freiwilligen Ökologischen Jahres bei der Gemeinde, die Vorbereitungsarbeiten.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Bereich rund um das Böttcher Moor und das etwas südlich gelegene kleinere Moor. „Wir haben den Rasen rund um die Zäune gemäht und die Eimer eingegraben“, berichtet Rike Jakubigk. Defekte Zaunelemente würden zudem ersetzt. Brechen die Amphibien auf, bewegen sie sich an dem Zaun entlang, bis zu einem der Eimer – dort fallen sie hinein. Dann bringen die Helfer sie sicher über die Straße. Eine Strecke von 480 Metern liege laut Panten entlang der Straße Böttcherei vor allem im Fokus. Er bittet Autofahrer in diesem Bereich sowie im Umkreis des Biotopkomplexes Am Weidufer/Im Bruch sowie am Hahnenfelder Weg dennoch nach Einsetzen der Dunkelheit um Rücksichtnahme, da trotzdem noch einige Amphibien die Straßen passieren könnten. Die entsprechenden Bereiche sind auch ausgeschildert. Panten geht davon aus, dass die Wanderung je nach Witterung etwa drei bis vier Wochen anhält.

Während Panten mit den Wasserständen im Moor zufrieden ist, macht er sich Sorgen um die zuletzt sehr geringe Anzahl der Frösche in der Gemeinde. „2017 haben wir nur 16 Exemplare gezählt, das ist ein Tiefststand“, betont er. In den Jahren zuvor seien es meistens zwischen 50 und 60, vereinzelt auch mehr gewesen. Für Panten sind die Ursachen vielfältig. „Wir haben eine vielseitige Natur, aber das ist nicht unbedingt ihr Lebensraum“, weiß er zu berichten. So würde es an Brachflächen fehlen. Und auch der Rückgang der Insekten-Population spiele eine Rolle. 

Zunächst kümmert sich das Dreierteam Jakubigk, Möller und Glitz aber kurzfristig um die Amphibien, in Spitzenzeiten unterstützt von Mitgliedern des Nabu Weyhe. Bis September sind die Jugendlichen noch für den Umweltservice im Einsatz. Panten blickt deshalb schon einmal voraus und ruft Interessierte auf, sich für den Freiwilligendienst bei der Gemeinde zu melden. Das ist noch bis zum 28. Februar auf der Webseite der Gemeinde Weyhe, www.weyhe.de, möglich. Dort gibt es auch weitere Informationen zu den einzelnen Stellen.