Eisvögel

Der schnelle blaugrüne Eisvogel lebt an mäßig schnell fließenden, oder stehenden und klaren Gewässern mit Kleinfischbestand. Auf der Jagd nach Wasserinsekten, Kaulquappen und kleinen Fischen stößt der Stoßtaucher von einer passenden Sitzwarte aus, blitzschnell kopfüber ins Wasser.

Der Erhalt von naturnahen, von künstlichen Eingriffen verschonter, Fluss- und Bachlandschaften sind das wichtigste Kriterium für den Schutz des Eisvogels, der bei passenden Bedingungen standorttreu ist.

Da die natürlichen Anforderungen für einen Bruthöhlenstandort in Weyhe kaum zur Verfügung stehen, wollen wir versuchen durch künstliche Bruthöhlen einen Ausgleich für wenig vorkommende unbewachsene, Wurzel-freie Steilwände aus Lehm oder festem Sand zu schaffen.

Außerdem wollen wir sichere Nistplätze bieten, die Feinde wie Füchse, Wiesel, Ratten, Mäuse und Maulwürfe fernhalten, die neben den Eiern auch die Alt-Vögel fressen würden. Störungen durch uns Menschen können auch zum Verlust der Brut führen, und müssen daher vermieden werden.

Im Gegensatz zu Altvögeln, die auch außerhalb der Brutsaison im Revier bleiben, streifen Jungvögel im Spätsommer bis in den Herbst umher, um ein Revier zu finden. Dabei kann es sein, dass sie in der Region bleiben, oder aber auch 1000 Kilometer entfernt ihr Revier finden.

Die Anzahl der Brutpaare wird wesentlich von der Winterstrenge bestimmt. Harte Winter mit länger andauernden Kälteperioden können regional zu drastischen Bestandseinbrüchen von bis zu 90 % führen, da die meisten Fischgewässer zufrieren. Aber auch an eisfreien Gewässern droht Gefahr durch Eisperlen am Gefieder, die zum Verlust der Flugfähigkeit oder zum Anfrieren auf dem Ansitz führen können. Die hohe Fortpflanzungsrate kann diese Verluste innerhalb weniger Jahre ausgleichen. Somit scheint der Eisvogel ein Profiteur der Klimaerwärmung, mit milderen Wintern zu sein, solange die Bäche nicht austrocknen!

 

2017 haben die FÖJ-ler der Gemeinde Weyhe den ersten Brutkasten mit künstlichen Röhren in Weyhe aufgestellt.

In Zusammenarbeit mit dem NABU wurde das Sitzwarten-Angebot in der Umgebung erhöht, von denen der Eisvogel seine Jagd ausüben kann.

Das Projekt wurde anschließend dem NABU, zur Weiterführung, übergeben, und zwischenzeitlich der Kasten optimiert.